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10 Tage von Barcelona bis Malaga


10 Tage von Barcelona bis Malaga

Wieder einmal mehr kam ich zum Punkt :„ Los! Ich schenke meinem Traum wieder mehr Achtung, freier leben zu können! Eine Reise mit der Familie wäre genau das richtige dafür.“
Leya war gerade mal fünf Monate alt. Mein drei Jähriger Sohn durfte schon mehrmals mit mir verreisen. Es war an der Zeit, meinen Mann weiter weichzuklopfen um ins freie „planlose“ Leben einzutauchen und mehr Vertrauen dafür aufzubauen. Gerne plane ich unsere Reisen und bin schon geübt darin.

Gewisse routinierte Punkte als erstes abchecken.

  1. Von wann bis wann ist mein Mann das nächste Mal frei von „Verpflichtungen“ ?
  2. Tomi Deadline setzen bis wann er es mir angeben muss
  3. Pässe, alle da? Nein Leyas muss noch her
  4. Buchen (so kann mein Mann keinen Rückzieher mehr machen 😉
  5. Unterkunft suchen

Drei Regeln habe ich noch mit meinem Mann im Vorhinein geklärt

  1. Sein Natel bleibt zuhause
  2. Die ganze Reise einfach mal mir überlassen und geniessen
  3. Wir reisen nicht mit dem Auto

Regel drei führte zu einem hitzigen Gespräch. Er wollte von Barcelona aus unbedingt ein Auto mieten um nach Malaga zu gelangen. Ich selber besitze noch keinen Autoführerausweis was für mich bedeutete, dass ich die Kinder während den Fahrten im Auto beruhigen und unterhalten durfte. Lieber würde ich mit dem Zug reisen. Parkplätze suchen, und und und….
Schlussendlich akzeptierte ich den Wunsch meines Mannes, das Auto von Barcelona aus zu mieten. Ich war ja froh, dass er überhaupt mitkommt.

Im Stillen begann ich an meinem selbstgebastelten Altar, den ich für Leyas Geburt gebaut hatte, zu hoffen und zu manifestieren. Was, das werdet ihr schon noch merken.

Die Reise im Oktober 2015 war gebucht. Einmal von Zürich nach Barcelona und dann von Malaga wieder zurück. Unterkunft in Malaga bei Freunden war geregelt. Die Ankunft in Barcelona und den Rest der Reise war noch offen …

Plötzlich ging mir ein Licht auf. Vor einem halben Jahr traf ich eine gleichaltrige Frau im Dorfladen. Sie sah so unglaublich spanisch aus. Ich sprach sie sofort an. Tatsächlich, sie kam aus Barcelona. In wenigen Tagen, kehre sie schon bald wieder in ihre Heimat zurück. Wir tauschten trotz allem die Telefonnummern aus. Ein Versuch war es wert ihr eine Telefonnachricht zu schicken, mit der Frage, ob sie eventuell jemanden kenne der uns in Barcelona für zwei bis drei Nächte eine Unterkunft bieten könnte. Nach kurzer Zeit antwortete sie mir mit der positiven Botschaft, dass wir herzlichst bei ihr eingeladen sind. Ein Zimmer stehe bereit. Sie freue sich sehr auf uns.
Barcelona war geritzt. Auf Wunsch der WG und als Dankeschön brachten wir ein gutes Stück Schweizerkäse mit.

Eine gute Freundin besitzt ein Ferienhaus mitten in der Wüste in der Nähe von Almeria. Also fragte ich kurz nach, ob die Möglichkeit bestehe einen Zwischenstopp zu machen.
Man staune, genau in dieser Zeit war sie mit ihrem Freund im Häuschen am Ferien machen und wir waren herzlich willkommen. Wer mit Kleinkindern reist, weiss genau dass man nicht unbedingt genaue Ankunftsdaten abmachen sollte. Stets flexibel und unkompliziert bleiben ist meine Devise.

Überglücklich und voller Vorfreude durfte die Reise nun starten.

Mit wenigen wichtigen Reiseutensilien war unsere Tasche schnell gepackt. Ein Handgepäck für jeden einzelnen von uns reichte aus. Das funktioniert nur, wenn man sich angewöhnt, unterwegs mal die Kleider von Hand zu waschen. Youris fünf beliebteste Autos, gute Nacht Schnuller, kleiner Fussball und Handeichhörnchen mussten auf jeden Fall mit. Die Tragehilfe für Leya und ihr Knistertuch gehören auch dazu.

Am Flughafen in Zürich waren wir schon ganz aufgeregt. Ich mit meiner Flugangst war schon im Mentaltraining. Ständig stellte ich mir vor wie wir alle glücklich und zufrieden in Barcelona in einem Cafe sitzen und churros con chocolate schlemmen.

Das allererste Mal gelang es mir keine Spur von Angst beim Flug zu verspüren. Das alleine war für mich schon lohnenswert die Reise gestartet zu haben.
In Barcelona blieben wir drei Tage. Celia, unsere Gastgeberin und ich hatten vieles gemeinsam und sind froh uns kennengelernt zu haben. Was für ein Experiment. Vielen Dank Celia für die unvergesslichen Momente und die anstrengenden Lachattacken.

Foto entstand nach dem Besuch bei der Automietstation.

Von Barcelona aus reservierten wir ein Auto. Am Tag der Abreise und Autobereitstellung geschah etwas Wundervolles. Der Beweis richtig zu manifestieren hat sich mit folgenden Geschehnissen bestätigt. Am Schalter der Autovermietung gab mein Mann seinen Führerschein für die Registrierung und für letzte Abklärungen ab. Nach einer kurzen Weile schaute die Vermieterin die ganze Familie, einen nach dem anderen, mit grossen Augen an. Mit einem Lächeln erwiderte ich ihren Blick. Auf spanisch erwähnte sie ganz ruhig und vorsichtig, dass sie uns das Auto nicht vermieten könne. Meinem Mann fehle noch ein Monat für das obligatorische Jahr um eine Auto zu mieten. Obwohl Thomas kaum spanisch spricht und versteht, konnte ich an seinem Gesichtsausdruck sehr gut erkennen, dass er diese zwei Sätze durchaus verstanden hatte. Er wurde bleich und musste sich für eine kurze Zeit hinsetzen. Mit den Kindern links und rechts in den Armen wurde Thomas bewusst, dass unsere Reise nun eine andere Richtung eingeschlagen hat.

Zurück in der Wohnung von Celia und nun mit einem alternativen Routenplan im Sack hat sich unsere Abreise von Barcelona um einen Tag verschoben. Aussergewöhnlich erscheint mir die Tatsache, dass wir als Familie nach dieser Hiobsbotschaft in aller Ruhe und voller Harmonie einen Reiseweg mit Zug planen konnten. Es entstand nie eine hektische oder gereizte Situation. Klar hat mein Mann mindestens zwei Zigaretten rauchen müssen.

Das Foto entstand in Barcelona in unserer Bleibe. Eichhörnchen erzählt Youri wie es den Flug fand.

Erleichtert und mit dem Gedanken den Zug nach Almeria zu nehmen, packten wir wiederholt unser Zeug zusammen und suchten den Bahnhof auf. Zwölf Stunden mit zwei Kleinkindern in einem überfüllten Zug quer durch Spanien. Das kommt gut. Ein langer Weg aber sehr hilfreich bei meinen liebsten das Vertrauen zu gewinnen, eine Reise mit dem Zug anzustreben. Fernseher im Wagon war für die Kinder ein Highlight. Wir selber besitzen zuhause keine Abstellröhre. Ansonsten konnten wir die Zeit mit dem Auto spielen und dem Kontakt zu anderen Reisenden überbrücken. So richtig Spass machte es uns, wenn in einer Kurve die Autos aus eigenem Antrieb den Weg durch die Cafeteria fanden. Dabei haben wir niemanden gestört.
Mit der Tragehilfe konnten wir Leyas Zugspaziergänge geniessen und auf ihren Schlaf-Rhythmus stets eingehen. Die Aussicht war beeindruckend. Olivenbaumplantagen ragten bis zum Horizont und soweit das Auge reichte. Kein einziges Mal haben die Kinder geweint oder wurden unruhig. Dies war für uns alle eine einschneidende Erfahrung. Das Vertrauen mit Kleinkindern zu reisen war ab jetzt unser Begleiter. Danke dafür. In Almeria wurden wir von unserer Freundin pünktlich, übrigens mit einem gemieteten Auto, abgeholt. In der stockdunklen Wüste mit einem wahnsinnigen Sternenhimmel, empfing uns ihr Freund mit einem märchenhaften Abendessen. Hunderte Kerzen und Petrollampen stimmten uns heimelig ein. Er ist von Beruf Koch und begleitete uns mit seinen Künsten weitere fünf Tage. In dieser Wüste wurden wir also in einem stromlosen, befreit von irgendwelchen künstlichen Strahlen, wunderschönem naturbelassenem Gebiet aufgenommen. Folgende Tage waren für uns die Schönsten seit sehr langer Zeit. Ohne Tätigungsdruck und in voller Freiheit in den Tag gelebt, schnupperten wir wie es sein könnte.

Sommerliche Temperaturen, eigene Wasserquelle, alle beisammen und gesund. Das ist ein Leben.

Von Almeria nach Malaga fuhren wir mit dem Bus. Unsere Kinder schliefen. Mein Mann und ich waren beeindruckt von den abertausenden Treibhausflächen im ganzen Küstengebiet. Es war verblüffend die Grösse und Menge an Nahrungsmittelproduktion für das ganze Europa so kennen lernen zu dürfen. In Malaga wurden wir herzlich empfangen. Durch meine sechs monatige Erfahrung in Malaga als Barfrau kamen sehr viele Erinnerungen hoch. Ich bin sehr glücklich, konnte ich Thomas diese Umgebung und den Stadtgeist näher bringen. Dies kann man in Worten nicht beschreiben. Nach drei Tagen und von der Wüste wieder zurück in einer Grossstadt überkam uns ein Heimwehgefühl. Es war der richtige Zeitpunkt die Heimreise zu starten. Mit unglaublich guten Smoothis und genialen Tapas, im Süden sind es die Besten, verabschiedeten wir uns aus dem schönen Spanien. Mit der Einsicht Städtereisen mit Kleinkindern wenn möglich zu umgehen und mit dem Sprichwort, weniger ist mehr, konnten wir uns für das nächste Abenteuer stärken.


Über die Gastautorin

Ich bin Pascale, im Jahre 1984 in der Schweiz in Luzern auf die Welt gekommen. Von meinem 7. bis 15. Lebensjahr habe ich mit meiner Familie in Madrid gelebt, was mich sehr geprägt und bereichert hat. Zur Zeit bin ich leidenschaftliche Hausfrau und Mama von zwei Kinder. Nähen, Werken, Basteln und einfach kreativ sein ist meine Abwechslung zum Alltag. Immer wieder neue Herausforderungen angehen, von Tag zu Tag immer wieder alles daran geben meine Träume in die Wirklichkeit umzusetzen.

Mein Mann Thomas ist im Jahr 1983 geboren und kommt aus dem schönen Bündnerland. Dort in den Bergen haben wir zur Zeit unsere Zelte aufgeschlagen. Nach seinem Burnout  und nach jähriger Lehre als Hausmann und Vollzeitpapa ist er nun Quereinsteiger als Dozent und Berufsschullehrer. Youri, unser drei jähriger Sohn, liebt es seine Autos filigran nebeneinander aufzureihen und Leya unsere 7,5 monatige Tochter nimmt alles in den Mund.

Seit der beruflichen Kehrtwende  meines Mannes wachsen wir von Tag zu Tag mit der Erkenntnis, wie man ein Leben auf der Welt entspannend und in Harmonie gestalten kann. Wir versuchen unser Leben bewusst zu gestalten. Wir haben uns versprochen, solange wie es uns möglich ist, keine 100% Stelle mehr im Leben anzunehmen, im Gegenzug genug Zeit für die Familie zu haben.

Was ist für euch Lebensqualität?
Für Ferien und Reisen kann ich meine Familie auch immer mehr begeistern. Mein Persönliches Ziel ist es nämlich immer und wann immer es uns gelüstet auf Reisen gehen zu können, frei zu sein.
Meinen Beitrag im Adventskalender möchte ich den Menschen widmen, die von einem freien und unabhängigem Leben träumen. Unsere Gastgeberin Mary mit Familie ist uns in dieser Hinsicht wohl eine Nasenlänge voraus. Jedoch können es alle erreichen. Versuchen wir unsere Ungeduld und Selbstzweifel abzulegen und mit Mut und Vertrauen unser Leben selbst zu bestimmen.

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!