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6. Dezember – Knecht Ruprecht


Heute ist der 6 Dezember und meine Kinder warten schon lange auf diesen Tag. Als sie noch kleiner waren, legte ich immer einen Sack gefüllt mit ihren Lieblingsnaschereien, Nüssen, Früchten usw. vor die Tür und am Morgen als sie erwacht sind fanden sie diese. Natürlich wollten sie mehr darüber wissen. Dies geschah damals noch mehr über Bücher, die ich ihnen erzählte. Doch da ich mich schon immer mit den ganzen christlichen Bräuchen schwer tat, wurde es Jahr für Jahr für mich irgendwie unstimmig, das Ganze mit dem Samichlaus.

Nun ja, auch ich erlebte zu meiner Kinderzeit den Samichlaus und den Schmutzli, wie wir den beiden Gestalten in der Schweiz sagen zu pflegen. Klar, es war immer eine spezielle Stimmung, doch irgendwie hatte ich immer ein bisschen Angst vor dem Schmutzli. Meine Mutter war da wie ich, sie liess sich von dem ganzen Tamtam nicht wirklich mitreissen und wir hatten unseren eigenen Rituale. Doch spätestens im Kindergarten war das Thema dann präsent. Ich genoss eine respektvolle Beziehung zu meiner Mutter, doch grossteils wohnte ich damals bei meinen Grosseltern, die eher der alten Schule angehörten. Und da kamen dann um die Weihnachtszeit doch immer wieder Mal Sprüche wie: „Wenn du schön brav ist, bringt dir der Samichlaus bestimmt was Tolles!“, oder „Hui, so kommt aber der Schmutzli mit der Rute!“, … Nun ja, wie dem auch sei. Der Nikolaus war für mich immer irgendwie komisch. Ich weiss noch als ich das erste Mal im Wald von Brunnadern einen Nikolaus mit seiner Bischofsmütze und seinem goldenen Zepter gesehen habe. Daneben unscheinbar der Schmutzli. Ich weiss nicht weshalb, es war keine Angst, diese hatte ich eher vor dem Nikolaus, aber der Schmutzli zog mein Interesse viel mehr auf sich. Vielleicht weil er es war, der den Esel dabei hatte? Vielleicht weil er nicht so ein bescheuertes Buch dabei hatte in dem angeblich alles stand, was wir gemacht haben. Mir war als Kindergartenkind schon klar, dass das nicht stimmt.

Naja, die Zeit verging und irgendwann hatte ich dann selber Kinder. Ich wollte ihnen auch eine Freude machen. Für mich war es eher eine symbolische Geschichte (ich kannte die Erzählung vom Nikolaus aber nicht), ich für mich habe es damit assoziiert, dass jemand allen Kindern etwas schenkt, unabhängig davon wie sie handelten und ob diese Taten in den Augen anderer „gut“ oder „schlecht“ waren. Alles andere war für mich Schwarzpädagogik. Es war einfach ein Geschenk und zeugte von Ehrhaftigkeit.

Ja und dieses Jahr wollte ich es aber nicht mehr so schwammig halten. Für mich war klar, dass ich den Namen Nikolaus/Samichlaus nicht mehr verwenden mochte.

Die Kinder schauten sich vor ein paar Tagen das Märchen von Frau Holle an. Ich finde die Märchen der Gebrüder Grimm und viele andere als genauso erzieherisch und schwarzpädagogisch, doch Lemuria ist eine sehr kritische Seele, die sich von solchen Geschichten nicht wirklich beeindrucken lässt. Ihr würde es nicht in den Sinn kommen, sich von jemandem erziehen zu lassen. Dazu ist sie eine viel zu stolze Seele.

Aber wie gesagt, sie schauten sich das Märchen von Frau Holle an und als ich von Frau Percht zu sprechen begann, wollte sie natürlich wissen wer das ist. Ich erzählte ihr, dass Frau Holle quasi eine andere Form von Frau Percht sei, aber diese Figur erst viel später bekannt wurde. Ich erzählte davon, dass sie eine uralte Göttin – die Urmutter alles seins ist und dass sie das Leben beschützt, gebiert, wie auch wieder zu sich holt um es wieder zu gebären. Ich erzählte ihr, dass sie früher selbst zu Welt kam, doch jetzt ihren Gefährten Knecht Ruprecht schickt um den Kindern aus dem urewigen Sack die Gaben zu überbringen.

Wir haben aus dem tollen Buch von Diana Monson „Lebenslustig – mit Kindern durch den Jahreskreis“

alle Geschichten und Lieder rund um Frau Percht gelesen und gesungen und morgen am 2. Advent werden wir zusammen backen.

Marco ist mit den Kindern heute noch kurz einkaufen gegangen. Ich nutzte die Zeit und bereitete die drei Beutel für die Kinder vor. Ich zerschnitt dazu einen Stoff und wickelte darum als Band ebenso ein Stoffband. Es kamen für die Kinder noch drei Zettel dazu …

Ich legte die Säcke auf unsere Tisch draussen auf dem Sitzplatz und wartete gespannt darauf, wer sie zuerst entdeckte.

Irgendwann im Laufe des Nachmittags war es dann so weit und Lemuria rief allen zu, dass draussen auf dem Tisch die Säcke lagen. Sie liefen nach draussen und holten sie rein. Lemuria las den Zettel der dabei lag …

Und sogleich entdeckte sie meinen Schreibfehler (aaargh! Precht statt Percht 🙄  😕 ) … Naja, wahrscheinlich hatten sie allerlei um die Ohren mit all den Geschenken für die Kinder, da kann das schon einmal vorkommen – so meine verlegene Antwort 😉

Sie freuten sich riesig und packten ihre Säcke aus.

Dann wurde genascht was das Zeug hielt und wir verbrachten einen wunderschönen Abend alle zusammen mit Geschichten und Liedern.

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!