Ein Engel auf Reisen

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Ein Engel auf Reisen

Auf meiner Reise durch Malaysia halte ich mich gerade auf der Insel Pedang im Dorf Teluk Bahang auf. Um mir etwas Obst zu besorgen mache ich mich auf den Weg zum lokalen Markt, als ich ein Haus passiere, aus dem ein fürchterliches Geschrei schallt. Offensichtlich streiten sich darin ein Mann und eine Frau. Die Frau wird immer hysterischer, dann höre ich Schläge und ihre Schreie hören sich wie Schmerzensschreie an. Ich überquere die Straße und gehe durch den Hof auf das Haus zu. Mehrere Menschen stehen hilflos umher oder rennen kopflos immer wieder in das Gebäude hinein und wieder heraus. Als ich unter der Haustüre stehe und in den Wohnraum schaue, erkenne ich, wie ein muskulöser Mann mit einer sechzig Zentimeter langen und vier Zentimeter dicken Eisenstange wild auf einen auf dem Boden liegenden anderen Mann einprügelt. Der zweite versucht sich mit dünnen Sperrholzplatten zu schützen, die jedoch bei jedem Schlag regelrecht zerfetzt werden. Eine Frau versucht verzweifelt den Schläger abzuhalten, doch ohne Chance. Und die anderen wagen nicht einzugreifen.

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Ohne zu überlegen und mit meiner ganzen Autorität und Entschlossenheit gehe ich in das Zimmer hinein und als der Schläger mit der Eisenstange wieder ausholt, halte ich die Stange fest. Mit dem anderen Arm nehme ich den Mann an der Schulter und ziehe ihn weg. Er wehrt sich, denn er ist außer sich vor Wut. Gegen meine Klarheit hat er jedoch keine Chance. Vielleicht ist er auch zu überrascht plötzlich einen Ausländer im Haus zu haben der ihn festhält.

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Ich führe ihn aus dem Haus in den Hof und nehme die Eisenstange an mich. Immer noch ganz aufgelöst erklärt er mir auf Malaysisch etwas, doch leider verstehe ich kein Wort. Ich lasse ihn reden. Ein anderer Mann kommt hinzu und übersetzt. Der Schläger zeigt mir seine Hand und meint, der auf dem Boden liegende Mann habe ihn angegriffen und mit einem Messer verletzt.

Doch ich habe das Gefühl, insgeheim ist er froh, dass ich ihn aus dieser Situation genommen habe. Denn ein einziger Schlag mit dieser schweren Eisenstange auf den Kopf des anderen Mannes hätte genügt, ihm den Schädel zu zertrümmern und ihn damit zu töten. Und das hätte er bestimmt nicht gewollt. Er verlangt seine Stange zurück, die ich ihm aber verweigere. Der Übersetzer erklärt, er will mit dem Schläger mit dem Moped weg fahren. Wohin auch immer. Erst als die beiden auf der Straße auf ihrem Moped sitzen gebe ich ihm die Stange. Am liebsten würde ich sie mitnehmen und entsorgen.

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Ich gehe zum Haus zurück, da wankt der Geschlagene aus der Haustüre und setzt sich auf einen Stuhl. Er ist ein sehr schmächtiger Mann, vielleicht Ende zwanzig und ist körperlich dem ersten völlig unterlegen. Wenn ich mir seinen Gesichtsausdruck anschaue, dann scheint es mir, er ist zumindest geistig etwas zurück geblieben, wenn nicht sogar behindert. Auch körperlich steht er sehr wackelig auf den Beinen doch nach einer solchen existentiellen Bedrohung ist das auch mehr als verständlich. Ich kann nicht beurteilen ob er ernstlich verletzt ist. Auf den ersten Blick kann ich keine blutenden Stellen erkennen. Und ob er Knochenbrüche oder gar innere Verletzungen hat, kann ich genauso wenig einschätzen.

Inzwischen sind mindestens acht bis zehn Personen im Hof eingetroffen und beobachten und diskutieren aufgeregt die Szene. Deshalb entscheide ich, jetzt diesen brutalen Schauplatz zu verlassen. Wenn der junge Mann wirklich verletzt ist werden ihn die anderen schon ins Krankenhaus bringen. Hier kann ich nicht mehr viel tun.
Als ich Richtung Markt wandere entsteht in mir das Gefühl, gerade eben bin ich wie ein Engel aufgetreten. Mein kleines Ich, mein Ego war völlig unbeteiligt und hat nur zugeschaut.  Mir wird klar, Engel sind keine abstrakte Gestalten sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Heute war ich einer und morgen wirst du, lieber Leser, liebe Leserin der Engel sein. Und noch eins wird mir klar: Engel können nur deshalb fliegen weil sie sich leicht nehmen und die Vergangenheit ständig los lassen. Und damit mein kleines Ego nicht an dem Geschehenen anhaftet lasse auch ich jetzt das Erlebte los und bin wieder ganz im Augenblick.


engel.auf.reisenÜber den Gastautor

Hallo ich bin Bernhard Huber. Ich bin Heilpraktiker, Spiritueller Coach und Weltreisender.
Bis vor zweieinhalb Jahren arbeitete ich als Heilpraktiker in meiner eigenen Praxis. Dann folgte ich dem Ruf meines Herzens und trat eine mehrjährige Reise rund um die Erde an. Eine Reise, die ich vor allem als spirituelle Reise betrachte. Durch die bewusste Auseinandersetzungen mit den vielen Situationen, die so ein Abenteuer mit sich bringt, kann ich all meinen unbewussten Anteilen, Ängsten, Befürchtungen, all meinen im Unterbewusstsein schlummernden mentalen Programmen begegnen, mit ihnen arbeiten, sie ins Licht meines Bewusstseins heben und heilen. Und wenn die Zeit da ist, werde ich all die Erfahrungen und Erkenntnisse wieder in den Dienst der Menschen stellen.

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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