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Gibt es den Geburtstermin überhaupt?


Viele Geburten werden aufgrund falsch berechneter Entbindungstermine (ET) eingeleitet. Eine eingeleitete Geburt mittels Hormoncocktail jedoch birgt viele Risiken für die werdende Mutter und ihr Kind. Durch einen Wehencocktail werden die künstlich hervorgerufenen Wehen meistens so stark, dass die Mutter diese alleine kaum mehr bewältigen kann. Als Folge dessen wird oftmals eine PDA gemacht um der Frau die Schmerzen „zu nehmen“. In vielen Fällen führt aber dies wiederum dazu, dass ab der Hüfte abwärts gar nichts mehr gespürt wird und die Frau von sich aus keine Kraft mehr aufbringt das Baby auf natürliche Weise zu gebären. Folge: Sectio (Kaiserschnitt).

Natürlich spielen noch viele weitere Interventionen mit. Doch in diesem Artikel soll es um den Geburtstermin (ET) gehen.

Du bist schwanger und möchtest wissen wann dein Baby zur Welt kommt?

Viele Frauen wissen nicht wie man den Geburtstermin berechnen kann …

Darum hier die Formel der Terminberechnung, anhand derer auch die Hebamme oder die Frauenärztin dies berechnet:

Geburtstermin berechnen

Naegele-Regel (gilt für den regelmässigen 28-Tage Zyklus):

  • erster Tag der letzten Regel
  • + 7 Tage
  • – 3 Monate
  • + 1 Jahr

Et voila – wir haben den Termin

Beispiel für einen regelmässigen 28-Tage Zyklus:

  • erster Tag der letzten Regel:    5. Mai 2009
  • + 7 Tage:    12. Mai 2009
  • – 3 Monate:    12. Februar 2009
  • + 1 Jahr:    12. Februar 2010

Erweiterte Naegele-Regel (gilt für den regelmässigen Zyklus mit mehr/weniger als 28 Tage):

  • erster Tag der letzten Regel
  • + 7 Tage
  • +/- x Tage
  • – 3 Monate
  • + 1 Jahr

Wobei x die Anzahl der Tage angibt, die der Zyklus kürzer oder länger als 28 Tage war.

Beispiel für einen regelmässigen 30-Tage Zyklus:

  • erster Tag der letzten Regel:    5. Mai 2009
  • + 7 Tage :    12. Mai 2009
  • + 2 Tage:    14. Mai 2009
  • – 3 Monate:    14. Februar 2009
  • + 1 Jahr:    14. Februar 2010

Die Schwangerschaftsdauer post menstruation (p.m.) (berechnet anhand der letzten Regel) beträgt bei einem 28-Tage Zyklus 280-282 Tage = 40 Wochen = 10 Lunarmonate (=“Mondmonate“ à 28 Tage).

Die Schwangerschaftsdauer post conceptionem (p.c.) (berechnet anhand des Konzeptionstermins) beträgt 267 Tage = 38 Wochen = 9 1/2 Lunarmonate (=“Mondmonate“ à 28 Tage).

Berechnung bei bekanntem Konzeptionstermin (Empfängnis):

  • Konzeptionsdatum
  • – 7 Tage
  • – 3 Monate
  • + 1 Jahr
  • = errechneter Geburtstermin

ACHTUNG! Bitte beachte, dass dieser „Stichtag“ lediglich ein Anhaltspunkt ist und keinesfalls als DER TERMIN angeschaut werden soll! Eine Schwankungsbreite von +/- 3 Wochen ist absolut normal!!

Die Berechnungsgrundlage der Naegele-Regel wurde bereits 1812 angewandt und geht von einer durchschnittlichen SS-Dauer von 280 Tagen (40 Wochen), gerechnet ab dem Tag der letzten Periode, aus.

Bei mehreren, neueren Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, dass die durchschnittliche SS-Dauer länger ist! Wendet man also ausschliesslich die Naegele-Regel an, kommt es vermehrt zu sogenannten „Übertragungen“, welche gar keine sind.

Die Hebamme Nichols hat im Jahr 1987 einen Artikel zur verlässlichen Bestimmung des voraussichtlichen Entbindungstermins verfasst. Sie führt in diesem unter anderem auf, dass die korrekte Bestimmung des voraussichtlichen Geburtstermins eben aus diesem Grund sehr wichtig ist, um unnötige Interventionen zum Ende der Schwangerschaft vorzubeugen! Weiter sagt sie, dass selbst die Auswertung der anamnestischen Daten; wie der Zeitpunkt der letzten Menstruation, der klinischen Daten; wie die frühe US-Bestimmung, hörbare Herztöne und Fundushöhe sowie der Labordaten; SS-Test,und HCG-Werte den Geburtstermin nicht näher vorhersagen lassen als für eine Zeitspanne von zwei Wochen vor und nach dem errechneten Termin – und dies auch nur in 90% der Fälle! Um es mit anderen Worten auszudrücken: 10% aller Schwangerschaften dauern sowiso über 42 Wochen. Auch die Annahme, dass die Zeit nach dem „überschrittenen“ Termin plötzlich problematisch sei, sei definitiv falsch!

Auch führt sie verschiedene Studien auf, welche darstellen, dass die mittlere SS-Dauer gerechnet ab der letzten Menstruation zwischen 281 und 287 Tage dauert. Es sei nach der Studienlage davon auszugehen, daß die SS-Dauer von der letzten Regel aus gerechnet 282-284 Tage und vom Eisprung aus gerechnet 268-270 Tage dauere.

Weiter wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass 70% der sogenannten „Übertragungen“ inkorrekterweise als solche bezeichnet wurden, wenn man anstatt des Datums der letzten Periode, das Datum des Eisprungs verwende. Die meisten Frauen hätten nämlich eine verlängerte Phase vor dem Eisprung, was die Erklärung für die meisten „Übertragungen“ ist.

Sie kommt also zum Schluss, dass die durchschnittliche Schwangerschaft 283 Tage gerechnet ab der letzten Menstruation beträgt (wenn keine genaueren Daten zur Vorhersage vorliegen…).

Auch sollten zur Feststellung des voraussichtlichen Geburtstermins nur sogenannte Level-1-Kriterien, also sichere Daten, herangezogen werden:

  1. Basaltemperaturkurve (morgendliche Aufwachtemperatur der Frau bevor sie sich bewegt oder körperlich aktiv ist (weiteres zur Basaltemperatur siehe NFP)
  2. Ultraschall zwischen der 7. und 10. Schwangerschaftswoche mit den Daten der Schädel-Steiss-Länge (SSL)
  3. Serum-ß-HCG-Bestimmung unter 10.000 an zwei verschiedenen Terminen eine Woche auseinander
  4. Zwei US vor der 26. SSW und in der 10.-13. SSW, wobei die Vorhersage nicht mehr als 2,6 Wochen auseinander liegen sollte
  5. Datum der letzten Menstruation, wenn sie normal, regelmäßig und sicher war

Dies zur Zusammenfassung der Nichols-Veröffentlichung…

Eine neuere Veröffentlichung aus Schweden (Bergsjo et al) aus dem Jahr 1990 zeigt anhand einer grossen Bevölkerungsstudie, die auf der Geburtsstatistik von 427581 Schwangerschaften (mit einem Baby) basiert, dass die SS-Dauer berechnet ab der letzten Menstruation im arithmetischen Mittel 281 Tage betrug. Der Zentralwert betrug 282 Tage (50 % der Werte sind größer, 50 % sind kleiner) und der häufigste Wert (Modalwert) 283 Tage.

Die Standardabweichung war 13 Tage. Dementsprechend waren nach herkömmlicher Berechnung 10% „übertragen“ (294 Tage und länger). Auch hatten Mütter über 35 Jahre zwei Tage kürzere Schwangerschaften, als jüngere. Mehrgebärende unter 35 Jahren hatten ebenfalls leicht kürzere Schwangerschaften als Erstgebärende. Und Jungen wurden durchschnittlich früher als Mädchen geboren. Auch wurde sogar eine jahreszeitliche Schwankung der Schwangerschaftsdauer herausgefunden, mit den kürzesten im Dezember.

Dies zur Zusammenfassung von Bergso et al…
Die aktuellste Studie aus dem Jahr 2001 mit 1514 Schwangerschaften, deren Unterschied im Schwangerschaftsalter zwischen Berechnung nach letzter Menstruation und Scheitel-Steiß-Länge (mittels Ultraschall) lediglich +/- 1 Tag betrug, kommt zum Ergebnis, dass der Zentralwert (Median) der Berechnung nach dem Datum der letzten Menstruation 283 Tage betrug und es keine Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kindern gab. Der Zentralwert für Erstgebärende war signifikant höher als der Mehrgebärender (284 : 282).

Es gab keine sonstigen Zusammenhänge von Merkmalen hinsichtlich der SS-Länge. Lediglich Blutungen nach der 24. SSW deuteten auf ein früheres Einsetzen der spontanen Geburt hin.

Es folgt noch eine Zusammenfassung einer Neubewertungder Naegele-Regel.(Basket und Nagele 2000)

Die Autoren haben den holländischen Urtext studiert und auf eine warscheinliche Fehlinterpretation hingewiesen. Die auf Boerhave zurückgehende Naegele-Regel von 1744 basiert auf seiner Aussage:

“ … for of one hundred births altogehter, ninety-nine came about in the nine months after the last period and by reckoning (!) the nine months of gestation from that time.“

Man kann also nach dieser Aussage nicht sicher sein, ob damit gemeint wurde, dass die Berechnung vom Beginn oder Ende der letzten Periode ausgeht! Und genau dieser Unterschied macht die Tage Differenz aus, welche die neueren Studien feststellen.

Naegele hat Boerhave so interpretiert, dass dieser vom Beginn der letzten Periode aus rechnet.

Da Boerhave aber im Zusammenhang über den Zeitpunkt der Konzeption schrieb, kann es nur folgerichtig sein, daß er sich auf die Berechnung am Ende der letzten Menstruation bezog, weil dies im Mittel des Zyklus läge und damit dem Eisprung näher käme.

Beispielsweise bezieht sich Bedford (1872) auf Naegele und schreibt dort präziser als Boerhave und Naegele vom Ende der letzten Periode.

Die Autoren kamen zum Schluss dass, im Vergleich auch zu anderen Studien, eine Schwangerschaftsdauer von 283 Tagen korrekt sei und wenn man die Naegele-Regel anwende, 10 anstatt 7 Tage zum Datum der letzten Menstruation dazugerechnet werden müssen, ehe die drei Monate abgezogen werden.

Zusammenfassend und aufrgund der aktuellen Studienlage kann man also von folgendem ausgehen:

  1. Die „normale“ durchschnittliche SS-Dauer beträgt 283 anstatt 280 Tage
  2. Erstgebärende unter 35 Jahren können zwei Tage dazurechnen
  3. Optimalerweise kennt man den Zeitpunkt des Eisprungs mittels Basaltemperaturmethode
  4. Falls man Ultraschall machen lässt, ist für die zuverlässige Datierung des mittleren Geburtstermins die US-Bestimmung innerhalb definierter Zeiträume wichtig, außerhalb dieser Zeiträume funktioniert die Datierung nur unzuverlässig
  5. Auf jeden Fall sollte sich jede Frau darüber im klaren sein, dass dieser TERMIN ein reiner Mittelwert innerhalb eines 4-Wochen-Rahmens ist und dann auch noch 10% aller SS über die 42. Woche hinaus gehen können!

Dieser Artikel wird gerade überarbeitet – schau doch etwas später nochmal vorbei 😉

Ultraschall – eine sehr fragwürdige neue Technik um sich einen Einblick in sich selbst zu verschaffen, zumal noch lange nicht geklärt ist inwieweit er den Babys schadet, bzw. es keine einzige Studie gibt, welche die Unschädlichkeit beweist.

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!