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Globetrotterfamily des Monats September – Die Sinterhaufs von reise-kids.de


Nach der Sommerpause möchten wir euch heute die Globetrotterfamilie Sinterhauf von www.reise-kids.de vorstellen.

Vielen herzlichen Dank liebe Christine dass du unseren Lesern einen Einblick in euer Leben als reisende Familie gewährst.


 

Zunächst einmal möchte ich mich bei Mary für die Vorstellung (Wahl) zur Globetrotter Family des Monats bedanken, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass uns ein solcher Titel eigentlich gar nicht zusteht, da wir keine „richtige“ Globetrotterfamilie sind, sondern nur eine ziemlich normale (und glückliche) Familie, die einfach sehr gerne unterwegs ist, und genauso gerne wieder nachhause kommt.
Wir leben sehr gerne in Deutschland und erleben auf unseren Reisen immer wieder, wie gut es uns im Zentrum Europas eigentlich geht. Dennoch zieht es uns immer wieder fort – egal ob nah oder fern. Es ist wie ein Virus, von dem wir immer wieder angesteckt werden – der Reisevirus, der zwar nicht krank macht aber niemals heilbar ist.

Wer gehört alles zu euer Familie? Und welche Jahrgänge habt ihr?

Wir sind zwei Erwachsene (Lebenszenit leider schon überschritten – daher keine genauen Angaben) und zwei Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren.

Wie lange reist ihr schon?

Wir Eltern reisen eigentlich schon seit unserer Jugend und die Kinder quasi seit ihrer Geburt.

Reist ihr Vollzeit oder Teilzeit?

Teilzeit, d.h. eigentlich wie eine Normalo-Familie. Alles andere können wir uns aufgrund  unserer Berufe (die wir doch gerne machen und die uns als Familie schließlich ernähren) leider nicht leisten.

Besitzt ihr noch ein Haus oder reist ihr vollständig ohne festen Wohnsitz?

Ja, wir haben ein sehr schönes Haus mit viel Grün drum herum auf dem Land. Wir reisen, wenn wir Urlaub haben. Glücklicherweise haben wir (beruflich) oft die Möglichkeit mehr zu Reisen als eine deutsche Durchschnittsfamilie.

Fiel euch etwas schwer loszulassen als ihr euch entschieden habt zu reisen?

Bei dieser Frage komme ich auf unsere einjährige Langzeitreise zu sprechen, die ja leider schon sooo lange zurück liegt (9 Jahre).

Rückblickend muss ich gestehen, dass es mir persönlich kein bisschen schwer fiel, alles hinter mir zu lassen. Das liegt aber an meinem Naturell. Ich hatte auch noch nie Schwierigkeiten mich von materiellem Ballast zu befreien. Wie gesagt: Das Loslassen war einfach, schwer dagegen war das wieder ankommen und eingewöhnen in ein genormtes Leben in Deutschland.

Mit was seid ihr unterwegs? Wie reist ihr?

Wir reisen mit allem was für das betreffende Reiseland üblich ist. Generell versuchen wir auf die günstigste Art zu Reisen, d.h. in Europa mit dem eigenen Auto und natürlich meistens mit dem Fahrrad, in Asien und Afrika mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder manchmal einem Pkw und in westlichen Staaten meist mit einem billig gemieteten Auto und unserem Zelt.

Seid ihr Freilerner oder wie vereinbart ihr das Lernen mit dem Reisen?

Unsere Langzeitreise war noch zu einer Zeit als unsere Kinder nicht in die Schule gingen. Seit der Schulzeit reisen wir ausschließlich in den Ferien, wobei ich keine Scheu davor hätte für eine längere Reise meine Kinder aus der Schule zu nehmen. Das hat sich jedoch leider seit unserer Weltreise (beruflich) nicht mehr ergeben.

Reist ihr mit Tieren? Wenn ja, mit welchen und geht das gut?

Seit gut einem Jahr haben wir zwei süße Hasen, und unsere Kinder lieben die beiden heiß und innig. Wenn wir unterwegs sind, kommen sie bei unseren Freunden unter, die einen großen Garten und selbst Hasen und Meerschweinchen haben. Ich hoffe, unsere beiden Kuschelfreunde fühlen sich dort wohl!

Weshalb seid ihr zum Reisen gekommen?

Ich unterscheide da zwischen dem „normalen“ Reisen und dem Langzeitreisen. Zum normalen Reisen sind wir nicht gekommen, es hat uns einfach irgendwann gepackt bzw. infiziert. Das scheint im Blut zu liegen, die Liebe zum Unterwegssein.

Eine Langzeitreise dagegen ist für mich keine Reise mehr, sondern eine besondere Lebensform, die unheimlich reizvoll und daher unbedingt empfehlenswert ist. Das schreibe ich mit voller Überzeugung, auch wenn ich selbst diese Lebensform nicht lebe, aber ich habe sie ein Jahr lang ge- und erlebt und zehre heute (fast zehn Jahre danach) noch davon.

Wie hat euer Umfeld auf eure Entscheidung zu reisen reagiert?

Erschüttert und mit viel Unverständnis. Das wird wohl allen Familien so ergehen, die mit ihren kleinen Kindern die Welt entdecken möchten. Davon würde ich mich jedoch nicht abschrecken lassen.

In welchen Ländern wart ihr bereits alles?

Gar nicht so viele, wie man für diese lange Zeit vermuten könnte, da wir auch oft im eigenen Land unterwegs sind und die Nachbarländer häufig besuchen. Vor den Kindern sind wir natürlich mehr gereist als mit, dennoch haben wir in dreizehn Jahren als Familie dreiundzwanzig Länder auf fünf Kontinenten bereist. Was uns nur noch fehlt ist Südamerika – das liegt aber daran, dass uns dieser Kontinent nicht so sehr reizt.

Habt ihr eine spezielle Ernährungsform (vegan, vegetarisch, Rohkost, etc.) und was für Erfahrungen habt ihr damit unterwegs in den verschiedenen Ländern gemacht?

Eine spezielle Ernährungsform pflegen wir nicht. Wir essen alles, aber mit Bedacht. Uns ist sehr wohl bewusst, dass die Ernährungsform und das Kaufverhalten einen großen Einfluss auf das weltweite Klima haben. Beispielsweise versuchen wir uns Saisonkonform zu verhalten – essen also das, was zu der betreffenden Jahreszeit bei uns wächst. Das bedeutet, dass es bei uns im Winter keine Tomaten und Gurken gibt, sondern viel Kohlgemüse. Wir versuchen auch meist Regional zu kaufen, der kurzen Lieferwege wegen. Bei Bananen geht dies natürlich nicht, aber ich würde beispielsweise niemals Kiwis aus Neuseeland oder Trauben aus Südafrika kaufen. Was ich aktuell besonders schei… finde ist, dass für immer mehr Lebensmittel Palmöl verwendet wird und der weltweite Konsum steigt. Was das für die Regenwälder und seine Tierarten in Asien und Südamerika bedeutet, muss ich wohl nicht weiter erklären.

Unterwegs essen die Kinder und ich meist vegetarisch. Gerade in hygienisch schwierigen Ländern finde ich das eine hygienischere Form der Nahrungsaufnahme. Wenn man sieht wie das Fleisch dort lagert und die Eier in der Sonne brüten, vergeht mir der Appetit darauf. Daran erkenne ich leider auch, wie weit wir als Menschen in Industriestaaten von unserer Nahrung im Urzustand entfernt leben. Würde ich mein Essen selber schlachten müssen, ich muss wohl zugeben, dann wäre ich morgen Vegetarier.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gerade in Asien und Afrika kein Problem ist vegetarisch zu essen. Insbesondere in vielen Ländern Asiens gibt es eine hervorragende vegetarische Küche, die wirklich zu empfehlen ist. Beispielsweise lebt ein großer Teil der Bevölkerung Indiens vegetarisch, viele davon sogar vegan. Somit ist es dort kein Problem, diese Ernährungsform zu leben.

Wie reagieren die Menschen unterwegs auf euch als reisende Familie?

Wir haben in den vergangenen Jahren nur gute Erfahrungen sammeln können. Als Familie ist man gerade in unterentwickelten Staaten ein sehr gern gesehener Gast. Je kleiner die Kinder sind, umso größer die Freude der Einheimischen.

Habt ihr schon negative Erfahrungen auf Reisen gemacht?

Wenn ja, dann kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Sicher gab es auch Schattentage, aber im Großen und Ganzen kann ich mich an gravierend Negatives nicht erinnern. Ach ja, doch. In Marrakesch wurde uns ein Geldbeutel geklaut. Da wir aber, was Sicherheitsmaßnahmen betrifft, gut informiert sind, war der Schaden sehr gering. Ich glaube 20 € oder so.

Seid ihr und eure Kinder geimpft?

Ja, wir sind durchgeimpft, wie man das so schön sagt. Zusätzlich haben wir noch einige Reiseimpfungen machen lassen, wie Typhus, Tollwut und Hepatitis A und B. Ich persönlich finde Reiseimpfungen wichtig und sinnvoll. Daneben haben Impfungen auch einen praktischen Charakter, da meine Kinder an den geimpften Krankheiten schon mal nicht erkranken können und ich mir darüber unterwegs keine Gedanken mehr machen muss. Es gibt ja noch genug andere Krankheitsgefahren auf Reisen. Natürlich halte ich nicht jede Impfung (auch auf Reisen) für sinnvoll. Wichtig ist eine umfassende Beratung bei einem Tropenmediziner, der in der Regel die Gefahrenpotentiale der einzelnen Länder und Regionen sehr gut kennt und das Risiko-Nutzen-Verhältnis meist realistisch abschätzen kann. Wir haben ein sehr gutes Tropeninstitut in Würzburg, das uns in punkto für und gegen Impfungen bisher bestens beraten hat.

Wart ihr schon einmal krank auf Reisen und musstet euch behandeln lassen?

Bis auf ein paar harmlose Erkältungen und Infekte hatten meine Kinder unterwegs keinerlei gravierende Krankheiten.  Unser Sohn hatte allerdings einmal einen Unfall mit einem giftigen Steinfisch. Dies war damals keine ungefährliche Angelegenheit – es sind schon Menschen bei solchen Unfällen gestorben. Wir haben daraus gelernt, aber dennoch keine Angst davor entwickelt, weiterhin in tropische Gebiete zu reisen. In meinem Reisehandbuch habe ich diese Geschichte aufgearbeitet.

Welche Sprachen sprecht ihr fließend?

Englisch. Das hat bisher immer ausgereicht. In Südamerika – wissen wir von Freunden – ist das aber nicht ausreichend. Dort ist das Reisen ohne Spanischkenntnisse außerhalb der Touristenzentren äußerst schwierig. Vielleicht waren wir deshalb noch nicht dort.

Vermisst ihr unterwegs etwas?

Nein! Was sollten wir denn vermissen? Okay, die Kinder vermissen mittlerweile ihre Hasen und ihre Freunde.

Wie finanziert ihr das Reisen?

Von dem, was wir das Jahr über verdienen. Da wir sehr spartanisch unterwegs sind, halten sich unsere Reisekosten meist in erträglichen Grenzen.

Welche Orte und Länder könnt ihr ganz besonders empfehlen?

Das ist eine besonders schwierige Frage. Es kommt ganz darauf an, was einem persönlich liegt. Wir beispielsweise reisen gerne in die Natur und mögen es daher ruhig. Das ist z.B. in Asien (vorausgesetzt man sitzt nicht direkt im Dschungel) in den meisten Ländern schwierig.
Dort wird man oft von früh bis spät beschallt. Wenn nicht vom Verkehr in den Städten und den Menschen auf den Straßen, dann von den vielen Lautsprechern aus irgendwelchen Geräten, die überall Musik zum Besten geben. Dennoch finden wir Asien sehr spannend und werden dort sicherlich noch oft reisen. Wer fremde Kulturen kennenlernen möchte und einen intensiven Kontakt zur Bevölkerung schätzt, der ist in Asien sehr gut aufgehoben.

Magische Orte kann man aus meiner Erfahrung in jedem Land finden. Es kommt ganz darauf an, was man im betreffenden Land erlebt. Mir ist z.B. die australische Wüste in ganz magischer Erinnerung geblieben. Aus frischer Erinnerung kann ich die Nationalparks im Westen der USA empfehlen. Das sind wirklich grandiose Landschaften, was die dort drüben haben.

Was möchtet ihr anderen Familien ans Herz legen die sich mit dem Thema Reisen beschäftigen?

Ich denke, es ist wichtig zu wissen was man möchte, aber noch wichtiger, was man nicht möchte. Ist man mit seinem Leben, in dem man lebt, nicht zufrieden, sollte man dies auf jeden Fall ändern. Natürlich muss man wissen, dass eine Reise oder ein Aufbruch ins Ungewisse zunächst einmal noch mehr Probleme mit sich bringt, da man sich mit dieser neuen Lebensform zunächst einmal auseinander setzen muss. Das kann zu Beginn noch schwerer sein, als die ungeliebte heimische Existenz. Hat man aber eine gewisse Durststrecke überstanden und seinen Weg gefunden, dann kann aus der Herausforderung Langzeit- oder Endlosreise das Glück des Lebens werden.

Sehr wichtig ist noch, dass man sich nicht nach den Meinungen der Bedenkenträger richtet, sondern so etwas Wertvolles wie diese Gruppe mit Gleichgesinnten gründet oder findet.

Habt ihr eine Website ?

Ja. www.reise-kids.de

Möchtet ihr unseren Lesern gerne einen Blog empfehlen?

Unsere Blog- und Website-Empfehlungen findet ihr auf unserer Seite unter Reiseexperten.

Möchtet ihr eine weitere Globetrotterfamily vorschlagen als „Globetrotterfamily des Monats?

Wir kennen leider keine Globetrotterfamilie persönlich, doch in dieser Gruppe gibt es sicherlich viele Familien, die weitaus mehr Erfahrung auf diesem Gebiet haben und diesen Titel daher eher verdient haben als wir.

Trotzdem – oder gerade deshalb – vielen Dank, liebe Mary!

Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken liebe Christine ! Du warst es, die mich mit deinem super genialen Buch „Mit Kindern die Welt entdecken – ein Reisehandbuch“ (hier findest du übrigens meine Buchrezension dazu) beruhigt und ganz viele offene Fragen beantwortet hast oder mir Inputs gegeben hast wo ich weiter recherchieren soll. Du bist toll und ich wünsche dir und deiner Familie das allerbeste und noch viele viele weitere tolle Reisen – ob nah oder fern! Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns ja einmal unterwegs 😀


mit.kindern.die.welt.entdecken

Das Buch von Christine Sinterhauf findest du hier. Ich kann es allen Familien die sich mit dem Gedanken des Reisens als Familie befassen, wärmstens ans Herz legen.

 


 

sinterhauf.logoDie Globetrotterfamily des Monats stellt sich vor

Schon lange bevor die zweifache Mutter überhaupt an Familie und Kinder dachte, entdeckte sie ihre Liebe und Leidenschaft zum Reisen. Bereits in ihrer Jugend zog es sie, meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß, in die Ferne. Zunächst bereiste sie viele Länder Europas und später auch weit über die europäischen Grenzen hinaus die Welt.

Mit Gründung einer Familie und Geburt des ersten Kindes sollte dies natürlich nicht anders werden und so erkundete die kleine Familie – ebenfalls auf individuelle Weise – zunächst einige Länder Europas, bevor es auf große Weltreise ging.

Mit der Elternzeit des zweiten Kindes erfüllte sich die junge Familie den Traum einer langen Auszeit und reiste ein Jahr lang durch die Welt. Danach waren sie jedoch noch lange nicht reisemüde, sondern vom Reisen »infiziert«, sodass bald viele weitere Reiseziele und Länder folgten. Mittlerweile verfügt die Autorin über eine vierzehnjährige Individualreise- und Outdoorerfahrung mit Kindern. Sie konnte mit ihrer Familie in dieser Zeit über zwanzig Länder in Europa, Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien auf Individualreisen entdecken. In den oft langen „Reisepausen“ arbeitet die freie Autorin in einem Förderzentrum für Kinder mit geistiger Behinderung.

Auf ihrer Website www.reise-kids.de berichtet sie über diverse Themen rund um das Individualreisen als Familie. Reiseberichte wie auch themenspezifische Artikel über Themen wie „Schwanger reisen“, oder „Reisen mit Jugendlichen“, als auch detaillierte Infos zu verschiedenen Ländern findet man auf www.reise-kids.de

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!