Italienische Strassen und eine geschrottete Markise

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Italienische Strassen und eine geschrottete Markise

Phuuuu … aiaiai was für ein Tag oder zwei oder was auch immer …

Da hatte ich Dir im letzten Blogpost doch geschrieben, dass wir mangels Helligkeit die Brücke allzu freundlich begrüsst haben, sie es aber nicht zu schätzen wusste.

Nun ja, wir nahmen es gelassen, der eine mehr, der andere weniger, … und nahmen den nächsten Tag in Angriff 😉

Wobei der Tag selbst super gechillt begonnen hat … Es war übrigens der 20. Juni 2016.

Wir sind aufgewacht und haben den Schaden der letzten Nacht begutachtet. Er wurde für überschaubar befunden und wir sind weiter gezuckelt. Als wir dann wieder an der Küste unten waren und uns plötzlich mitten in kleinen Gassen und verwinkelten Strassen mitten in Vallecrosia widerfanden, die rechts und links von zugeparkten Autos bepflastert waren, wurde uns dann langsam ungemütlich. Urgs, mit einem 2.25m breiten Womo durch die Gassen von Italien zu tuckern ist nicht unbedingt das, was man sich unter eine gemütlichen Fahrt vorstellt.

Aber gut, Augen auf die Strasse und weitergefahren ….Ein entgegenkommendes Auto zwingt Marco nach rechts auszuweichen und … RATSCH – KNALL – SCHERBEL !

Ach du SCH ***** ! Was ist jetzt passiert ?!

Vallecrosia – die Stadt der engen Strassen

Marco hält halbwegs auf der rechten Seite an und wir steigen aus. Hinter uns steht ein Lieferwagen und zwei Italiener sprechen schon mit Marco. Ich schaue unser Womo an und sehe unsere nagelneue Markise, die noch nie benutzt wurde als wir das Womo gekauft haben aus zweiter Hand … Sie hängt herunter und ist sichtlich beschädigt. Urgs … und was ist mit dem Lieferwagen – frage ich mich …

Doch der freundliche Italiener lässt uns wissen, dass es nur ein Kratzer ist (und eh nicht sein Auto, sondern das der Firma), es ihm aber voll leid tue, dass unsere Markise jetzt am A**** ist! Er und sein Freund wollen uns unbedingt helfen die Markise irgendwie zu retten, doch wir waren in unserem Schockzustand erst einmal ausser Gefecht und standen nun da in einer italienischen Gasse mitten in der Stadt mit einer herabhängenden Markise. Die Strasse war so schmal, dass gerade einmal zwei Autos knapp aneinander vorbei kamen und wir konnten so natürlich nicht weiter fahren! Ziemlicher Mist! Ich konnte mich dann schnell wieder fassen im Gegensatz zu Marco und stieg erst einmal auf’s Dach um zu begutachten was kaputt gegangen ist.

Markise ab .. ?

Marco meinte schon, das ganze Ding abschneiden und weiterfahren! Ich entgegnete ihm, dass wir das sicher nicht machen! Die Markise kostete über 1000.-, das hat uns der ehemalige Besitzer noch gesagt. Also sass ich da auf dem Dach mit meiner Höhenangst, mitten in der Stadt mit schaulustigen Italienern rundum und den beiden netten Männern, die mit einem Spannset daherkamen, das einzige was sie uns anbieten konnten wie sie meinten. Ich bedankte mich, doch da wir selbst 4 Spannsets dabei hatten, lehnte ich ab. Ich sass also auf dem Dach und sah dass sowohl die linke, als auch die rechte Befestigung der Markise gebrochen waren. Also dort wo die Markise durch die Kurbel auf- und zugedreht wird und auch die Befestigung an beiden Seiten die Markise in der Schiene hielt. Ich stieg wieder runter vom Dach und sah sie mir von unten an. Ein Arm der Markise war auch kaputt, der andere noch intakt. Ich wollte die Markise erst einmal aufstellen, da beide Beine noch okay waren. Also zogen wir sie zusammen von Hand heraus und die zwei Männer halfen uns, sie auf dem Gehsteig mitten in der Stadt aufzustellen. Mannomann – was für ein Bild! Hätte ich Dir jetzt gerne gezeigt, aber ich kam natürlich nicht dazu ein Foto zu machen 😛

Okay, jetzt stand sie also auf dem Gehsteig und Marco meinte immer noch wir sollen sie abschneiden – was ich vehement verboten habe! Ich bedankte mich noch einmal bei den Zweien und entschuldigte mich, worauf er mir nochmal versicherte, dass es überhaupt kein Ding sei und es ihm für uns leid tue. Wir verabschiedeten uns und standen nun da.Plötzlich kam ein ziemlich betrunkener Mann, der irgendwelches Kauderwelsch sprach dazu und wollte unbedingt helfen. Ich fühlte mich aber unwohl und gab ihm zu verstehen, dass ich das nicht möchte. Er sprach weiterhin wild drauf los und wollte unbedingt irgendetwas halten. Ich wies ihn noch einmal weg, doch er blieb einfach da. Ich hatte keinen Nerv und so liess ich ihn halt irgendwas halten.

Verkehrsbehinderung einmal anders

Ich holte die Leiter aus dem Womo, die wir benutzen um in den Alkoven zu klettern und wies Marco an mir Werkzeug zu geben, damit ich die beiden Arme der Markise abschrauben kann. Dieses Teil wurde ja auch irgendwie zusammengebaut, also muss ich es ja auch auseinander schrauben können! Marco verstand nicht was ich vorhatte und war immer noch geschockt. Ich begann also mühsam diese beiden Arme, die an der Schiene befestigt waren, von den Schrauben zu befreien. Mann war das eine Arbeit. Ich hatte heftigen Muskelkater am nächsten Tag durch das lange hochhalten meiner Arme auf dieser Leiter die viel zu kurz und instabil war. Plötzlich kam ein Mann von der gegenüberliegenden Strassenseite und sagte uns wir sollen das Pannendreieck aufstellen – Mist, voll vergessen. Also Pannendreieck aufgestellt, während der Verkehr sich an uns vorbeischlängelte, da nur noch eine Spur zu befahren war. Zweiter Arm ebenfalls abmontiert, hing natürlich die Markise nun runter, da sie keine Stütze mehr hatte. Okay, Plan theoretisch am aufgehen … Und nun? Nun mussten wir die Markise selbst, also die ganze Rolle mit der Plane und den Armen irgendwie aus dieser Schiene bringen. Wir zogen sie dann aus der Schiene heraus und nach einigem murksen war sie dann tatsächlich draussen! Hurra! Sie selbst war nämlich noch in top Zustand. Es waren nur diese beiden Befestigungen und eben der Arm, wo wir jetzt aber sahen, dass dieser gar nicht gebrochen, sondern nur ausgekugelt war.

Wir mussten nun also die Markise zusammenrollen und die beiden Arme befestigen, so dass diese nicht herausspickten. Ich hielt also die beiden Arme fest zusammen und befestigte diese mit einem Spanngurt. Ach ja, der betrunkene Mann war immer noch da und fummelte die ganze Zeit an irgendwas rum. Nun reichte es mir und ich gab ihm ca. zehn Mal zu verstehen, dass er jetzt endlich gehen sollte – mit deutlichem Nachdruck ! Er kapierte es endlich und zog ab, uff!

Ne tolle Idee

Tjaaaa nun hatten wir es geschafft das Ding abzumontieren und zusammenzubinden, so weit so gut. Doch was sollten wir denn nun mit diesem 5.4m langen Teil tun? Ich überlegte und (jaaa, ich weiss schon, sehr doofe Idee! Aber ich will ja dich einmal sehen in so einer Situation, wenn du pitschnass bist von der Hitze und voll durch den Wind 😉 ) meinte wir könnten doch versuchen das Ding über die hintere Dachluke in’s Womo zu hieven. Joaaa, also stieg Marco auf’s Dach und ich hievte das Ding erst an die hintere Womowand von wo aus Marco sie dann versuchte nach oben zu ziehen, während ich das massig schwere Teil in die Höhe über meinen Kopf hob. Viel zu weit unten natürlich. Der Winkel um das Ding in’s Innere zu bewegen, hätte viel steiler sein müssen. Dann kam mir eine weitere Schnapsidee und ich holte die Leiter noch einmal und platzierte mit Müh und Not die Markise zwischen den beiden Stangen oben und drückte das Teil wieder über meinen Kopf. Und das bis jetzt noch niemand gelacht hat auf der Strasse verwunderte mich dann doch! Stell dir mal vor, wie schwer so ein Ding ist und ich halte das blöde Ding in einer Leiter mit ausgestreckten Armen über meinem Kopf. Das Gleichgewicht ist da echt schwer in’s wanken gekommen und direkt neben mir fuhren ja die Autos weiter. Ein unbedachter Moment und das Ding wäre gekippt und auf ein Auto geknallt. Zudem war der Winkel immer noch nicht genug steil! Mann ey! Dann kam die Erleuchtung – auf das Dach damit! Ja, wie gesagt, das hätte mir ja auch schon früher in den Sinn kommen können!

Besuch vom Freund und Helfer

Wir hievten das Ding also auf’s Dach und holten die Spannsets hervor. Während wir also endlich so weit waren und das Teil da oben am befestigen waren, kam dann doch noch die Polizei… Erst stand ein älterer Herr neben mir und ich übersah ihn fast. Er sprach mich mit dem typischen Polizeiton an: „Buon giorno! Avere essi un problema?!“ Ich wandte mich dann an den jüngeren Polizisten, der mir sympathischer war und dieser fragte mich sogleich was für eine Sprache wir verstehen. Ich antwortet auf englisch und erklärte ihm, dass wir gleich weg seien. Ich war noch nie so freundlich zu einem Polizisten wie an diesem Tag 😉 Er meinte dann wir sollen bitte weiterfahren, damit der Verkehr wieder weiterfahren könne. Ich erklärte ihm, dass wir das zu gerne würden, jedoch erst die Markise befestigen müssen auf dem Dach. Ich hoffte inständig, dass wir jetzt nicht doch noch Probleme bekamen. Er fragte mich, was passiert sei. Und da ich mich an Schweizer Verhältnisse gewohnt bin was Versicherungen angeht, brabbelte ich ein wenig um den heissen Brei herum, von wegen wir hätten einen Ecken getroffen. Bis mir klar wurde, dass der Mann der uns bewog das Pannendreieck aufzustellen, natürlich die Polzei gerufen hatte und diese bestimmt schon wussten was passiert war. Also erklärte ich, dass wir den Ecken vom Wagen getroffen hätten, aber nichts passiert sei. Er war zufrieden und als ich ihm dann auf die Frage antwortete woher wir kamen (aus der Schweiz), war er schlagartig viel entspannter.

Ich wollte natürlich, dass die beiden Polizisten wieder abdampfen, denn ich hatte bemerkt, dass wir ein Spannset zu wenig hatten! Urgs! Sie blieben natürlich … Wir mussten dann zwei Spannsets zusammen machen, um die Markise auf dem Dach durch unsere beiden Fenster im Cockpit zu befestigen. Ich wusste, dass für hinten eines zu wenig war und als mich dann der Polizist fragte, ob wir sie nur vorne befestigen, antwortete ich „ganz geschockt“ 😉 „Sicher nicht! Das wäre ja viel zu gefährlich!“ … Wir wollten einfach endlich weg hier an einen ruhigen Ort! Marco fummelte in diesem Moment in der Mitte der Markise etwas herum und rief herunter, dass sie nun auch dort befestigt sei. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, was er genau gemacht hatte und ob er sie nun wirklich befestigt hatte oder nur den Polizisten beruhigen wollte. Die beiden fragten uns auch mehrmals ob sie helfen können. Ich antwortete dann, ob er uns sagen können wo wir einen Mechaniker finden, um das Ding zu reparieren. Das hatten wir zwar nicht vor, aber ich dachte mir, das beruhigt ihn hoffentlich und er denkt nicht, dass wir damit noch lange so herumfahren. Er gab uns eine Richtung, die wir fahren sollen um einen Mechaniker zu finden, doch sein Kollege wandte dann ein, dass es ja Samstag sei. Ich entgegnete dann, dass wir auf einen Campingplatz fahren würden bis Montag und dann einen Mechaniker suchen. Er meinte dann zu meiner Überraschung, dass wir auch zu der Tankstelle fahren können, dort gäbe es auch immer wieder Mechaniker, es sei dann halt nicht so professionell aber wir hätten eine Lösung. Er dachte natürlich, dass wir im Urlaub seien und nicht auf Reisen, aber dass mir gerade ein Polizist einen Tipp gab etwas nicht professionell zu lösen, überraschte mich dann doch 😀 Italien halt …

Wir bedankten uns und fuhren endlich los! Marco am zittern und ich auch komplett zerstört von dieser Hitze. Wir wollten einfach raus aus der Stadt und einen Parkplatz finden. Dann haben wir uns noch etwa fünf Mal verfahren und sind noch einmal durch die Stadt gefahren, bis wir endlich den Ausgang fanden und ortsauswärts fuhren.

Irgendwo bei einem Restaurant hielten wir dann an und tranken erst einmal was um uns zu beruhigen. Was für ein Mist! Marco hatte die Schnauze voll und wollte auf einen Stellplatz. Wir suchten uns also einen Stellplatz und fuhren diesen an. Doch der Tag war ja noch nicht vorbei ! Ich kann dir nur jetzt schon sagen, dass es noch ein laaaaanger Tag wurde – aber das erfährst du im nächsten Blogpost, dieser ist ja schon ein halber Roman geworden 😉

Also bis bald und arrivederci

Deine

signatur

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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