Langzeitstillen – ein Erfahrungsbericht

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langzeitstillen

Über die Gastautorin Tamara Beck

Ich blogge als „Mama mal 3“ über unseren Familienalltag mit drei Kindern (2010, 2011 und 2017).

Da ich gelernte Journalistin bin, schreibe ich freischaffend noch mit einem kleinen Pensum von zu Hause aus.

Wichtiger aber ist mir mein Projekt „Nestwärme“, mit dem ich Trageberatungen und Windelfrei-Coaching, Stilltreffen und Stoffwindelberatung anbiete.

Mehr auf meinen Websites:

Langzeitstillen

Ich habe das Thema „Langzeitstillen“ gewählt. Erstens, weil ich meine bald 4-jährige Tochter noch stille und zweitens natürlich, weil mir das Thema am Herzen liegt und ich mich dafür einsetzen möchte, dass viele stillende Mütter sich trauen über die „Konventionen“ hinweg ihr Kind so lange zu stillen, wie es für sie passt – ohne Druck von außen …

Stillerfahrung

Dazu möchte ich kurz mal meine Stillerfahrungen nach der Geburt mit Dir teilen.

Bei beiden Kindern war der Stillstart, nämlich mehr als schwierig. Was habe ich Tränen vergossen in den ersten Wochen nach der Geburt meines Erstgeborenen. Schon im Spital, nach kaum einem Tag, waren die Schmerzen unerträglich und die Brustwarzen blutig. Die Hebammen empfahlen mir dringend, eine Weile lang nur noch abzupumpen bis die Brustwarzen verheilt waren. Doch das dauerte. Und so verließ ich das Spital erst eine Woche nach der Geburt – ausgestattet mit Stillhütchen, Kompressen und der Mietpumpe aus der Apotheke, traurig darüber, dass ich nicht so unkompliziert und schmerzfrei stillen konnte wie andere Mütter.

Meine Tante, eine gelernte Hebamme, betreute mich im Wochenbett. Sie fragte mich, ob ich stillen wollte und versprach mir, dass wir das schaffen wenn ich es will. Ich bejahte, denn, keine Ahnung wieso, der Wunsch zu stillen war in mir unfassbar groß und das, obwohl ich mir in der Schwangerschaft keine Gedanken zu dem Thema gemacht hatte.

Ein langer Weg …

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Es dauerte ein paar Wochen voller Schmerz und Tränen und vieler Hausmittelchen, Homöopathie und Schüßler-Salzen bis ich schmerzfrei stillte. Und dann noch ein paar Monate bis ich die Hütchen weglassen konnte. Leider blutete ich auf einer Seite plötzlich wieder und besagte Tante riet mir dann (mein Sohn war knapp 10 Monate alt), das Stillen drastisch zu reduzieren (ich stillte noch häufig tagsüber wie auch nachts). Ich tat dies und so schlich es sich leider langsam aus. Noch heute bereue ich, dass ich dies so geschehen ließ …

Nach der Geburt meiner Tochter im Dezember 2011 bekam ich eine neue Stillchance. Leider war der Stillstart sehr ähnlich aber es verheilte rascher und ich konnte schneller schmerz- und hütchenfrei stillen. Es war wunderbar. Sie wollte oft an die Brust und da ich mich für „Baby Led Weaning“ entschied, stillten wir sicherlich zwei Jahre lang noch intensiv und das 24h lang, wann immer sie wollte. Es störte mich nie. Im Gegenteil. Das Stillen war für mich längst mehr als nur Nahrung. Es war eine wunderbare Methode, sie zum Einschlafen zu bringen oder sie zu trösten. Ich hatte sie auch oft im Tragetuch und bis heute schläft sie mit im Elternbett.

Abstillen ?

Ich habe mir nie groß Gedanken darüber gemacht, wie lange ich wohl stillen würde. Ich dachte wohl immer mal wieder, dass sie sich bis dann und dann wahrscheinlich abstillen würde denn das Stillen eines Kleinkinds verläuft nie linear. Es gibt Phasen, in denen plötzlich weniger gestillt wird oder auch plötzlich wieder häufiger das Bedürfnis da ist. Ich habe das nie hinterfragt. Sie bestimmte, ob und wann sie stillen wollte.

Ich hatte nur ganz selten eine „Stillkrise“. Am ehesten dann, wenn die Nächte sehr unruhig waren und sie oft ran wollte oder wenn zwischendurch die Brustwarzen schmerzten (wahrscheinlich zyklusbedingt – dieser setzte bei mir aber erst nach ca. 1,5 Jahren wieder ein, also relativ spät).
 Mich hat das lange Stillen auch ein wenig versöhnt mit der vergleichsweise kurzen Stillzeit, die ich mit meinem Sohn hatte. Und ich kann ohne Übertreibung sagen, dass ich das lange Stillen nie bereut habe und zum Glück musste ich mich auch nie rechtfertigen oder schiefe Blicke ertragen und das, obwohl ich auch über 3 Jahre lang öffentlich stillte, wenn es nötig war (selten zwar, aber es kam vor).

Bedürfnisorientertes Langzeitstillen

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Ich habe jeden Moment des Stillens genossen (es sei denn sie biss mich dabei, aber das war zum Glück nur 2-3x) und als Erholungsinsel für mich genutzt. Es ist schon irgendwie magisch. Man setzt sich hin zum Stillen und fährt sofort herunter und entspannt. Und das Kind auch. Brauchen würde meine Tochter das Stillen sicherlich nicht mehr, aber wenn sie tagsüber müde ist oder sich weh getan hat oder einfach sonst verdrossen ist, dann möchte sie kurz an die Brust. Wahrscheinlich ist es nur mehr ein Nuckeln, auch zum Einschlafen und nachts.

Zwar antwortet sie auf mein Fragen manchmal, dass ein wenig Milch komme. Aber viel ist es wohl nicht mehr. Auch die Brust hat sich in den letzten Monaten, in denen sie phasenweise auch mal nachts oder 1-2 Tage lang nicht stillte, ziemlich „zurückentwickelt“.

Aktuell, ungefähr seit 2-3 Wochen, stillt sie wieder häufiger. Das ist einfach spannend … Den Zeitpunkt des Abstillens möchte ich ihr überlassen. Noch vor einem Jahr wäre es mir vermutlich sehr schwergefallen, wenn sie nicht mehr gewollt hätte. Schließlich ist es für beide ein kleiner Ablösungsprozess. Heute bin ich soweit, dass ich sagen kann, dass es okay für mich ist, wenn sie nicht mehr mag, denn vier Jahre sind eine schöne Zeit voller guter Erinnerungen an das Stillen. Ich bin gespannt, wann sie für sich entscheidet, die Brust nicht mehr zu brauchen. Und noch gespannter bin ich darauf, wie sie in Zukunft darüber denken wird, denn wahrscheinlich dürfte sie sich später noch an das gestillt werden erinnern?

Ich kann es auf jeden Fall jeder Stillmama empfehlen, das Stillen noch lange zu genießen und zwar nicht nur wegen der gesundheitlichen Vorteile, die mit Sicherheit für Mutter und Kind bestehen, sondern auch weil es einfach rundum zufrieden macht.


Anmerkung von mir (Mary Mattiolo)

Ich bedanke mich herzlich bei Tamara für ihren Beitrag. Ich möchte dazu auch noch etwas ergänzen als Dipl. Ganzheitliche Stillberaterin und Mutter von 3 langzeitgestillten Kindern.

Tamaras Erfahrungen berühren mich und bestürzen mich gleichzeitig …

Wenn das Stillen schmerzt oder nicht klappen will, wurde eine falsche Stillberatung (oder keine) in Anspruch genommen. Auch wenn es zahlreiche Stillberaterinnen oder auch Hebammen gibt, die eine Stillberatung anbieten, werden einfach noch viel zu oft falsche Informationen abgegeben!

In meiner langjährigen Erfahrung und Arbeit als Stillberaterin werden mir solche Geschichten leider immer wieder erzählt. Dass das Stillen schmerze und es wunde, rissige oder gar blutige Brustwarzen gab. Und dies, obwohl teilweise mehrere Stillberatungen in Anspruch genommen wurden.

Das macht mich unendlich traurig, denn jede Frau (und ja ich spreche hier von jeder Frau, die stillen WILL, kann stillen). Es gibt ein paar ganz wenige Ausnahmen, welche auf einen wirklichen physischen Umstand zurückzuführen sind, wie bspw. einen Unfall, eine Brust-OP oder dergleichen. Doch 99.5% können stillen und zwar voll – will heißen ohne Zufüttern und jegliche “Hilfsmittelchen” wie Hütchen, Donuts, Cremes, etc.

Mit der korrekten Anlegeposition und dem richtigen Hintergrundwissen kann jede Frau stillen. Ohne Hilfsmittel, denn diese sind in 99% mehr kontraproduktiv als hilfreich. Als stillende Mutter hat Dir die Natur alles mitgegeben was Du und Dein Baby brauchen. Also bevor es erst so weit kommt, nimm bitte Kontakt mit mir auf für eine Stillberatung. Diese wird von der Krankenkasse bezahlt (3x und egal zu welchem Zeitpunkt vor oder nach der Geburt) und erspart es dir schmerzhafte Erfahrungen zu machen.

Dir, liebe Tamara, möchte ich herzlich danken für Deine Zeilen und dass Du Deiner Tochter eine solch wertvolle Stillbeziehung ermöglichst. Auf dass Du viele (werdende) Mütter inspirieren mögest und noch wundervolle (Still-)Momente erleben darfst.

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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