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Stille Nacht …. Wie schlafen wir am besten im Familienbett


Stille Nacht…. Wie schlafen wir am besten im Familienbett?

Schläft es schon durch? Die Frage kam bei meiner großen Tochter zum ersten Mal, da war sie glaube ich ungefähr eine Woche alt. Tat sie nicht. Ich wusste das deswegen so genau, weil ich nach meinem Kaiserschnitt noch nicht auf der Seite bzw. im Liegen stillen konnte. Ich saß also des Abends oder des Nachts mit ihr auf dem Bett oder auch auf dem Sofa, lagerte alle möglichen Kissen um mich herum, um es einigermaßen bequem zu haben. Meist war ich irgendwann so müde, dass ich im Sitzen schlief oder höchst unbequem in mich zusammensackte.

Vertrautes Gefühl

Ein paar Tage lang versuchten wir sogar, unsere Tochter in die bereitgestellte Wiege zu legen, die ein paar Jahrzehnte im großelterlichen Keller geschlummert und auf einen neuen kleinen Erdenbürger gewartet hatte. Auf unsere Tochter jedoch wohl nicht. Gut schlief sie dort, wo sie schon im Familienzimmer im Krankenhaus gut geschlafen hatte (und dank einer Entzündung der Kaiserschnittnarbe hatten wir einige Tage das „Vergnügen“ dort): auf Papas Brust oder in Mamas Arm. Und da schlief sie auch gut ein: Mamas Brust.

Na klar, schließlich kennt so ein Neugeborenes es ja gar nicht anders als ganz nahe bei einem bekannten, vertrauten Herzschlag, Atmen. Und wer dicht an Mama oder Papa gekuschelt ist, wird auch nicht vergessen werden, wenn das Nomadenvolk weiterzieht und nicht vom Säbelzahntiger als schnelle Mahlzeit betrachtet, weil es so alleine da herumliegt und sich nicht selbst fortbewegen kann.

Das haben die Vorfahren unserer Kinder im Laufe der Evolution gelernt. Und die Evolution ist fleißig: die Kinder, die da still herumlagen, das sind wohl nicht die, von denen wir abstammen 😉 Logisch ist das alles, und im Laufe der Zeit habe ich mich immer weiter informiert, immer weiter belesen, studiert, nachgeforscht.

Gemeinsam zusammen sein

Doch am Anfang ist es einfach so gewesen, dass es sich richtig anfühlte, sie da nah bei uns zu haben, auf sie zu schauen und auf sie zu reagieren. Ganz einfach war somit unser Familienbett geboren, auch wenn diese Bezeichnung da noch nicht so gängig war.

Mit zunehmender Kinderzahl flog irgendwann das alte Bett nebst Beistellbett raus und es wurde auf 2,70m Breite erweitert. Mittlerweile ist die Zusammensetzung, wer dort schläft und wie viele von der Familie dort schlafen, auch immer mal unterschiedlich. Nähe zueinander, kuscheln, eine ganz besondere Form des Zusammenseins, des Herunterkommens am Abend, der Achtsamkeit gerade auch nach Tagen wo viel los war oder an denen vielleicht jetzt der Kleinste von dreien hauptsächlich den Großen hinterher wuselte oder eins der Kinder keine wirklich „eigene“ Zeit hatte.
Irgendwann konnte ich dann auch im Liegen stillen, später nach den Hausgeburten sowieso. Und Tandemstillen hätte ich mir ohne Familienbett auch nicht vorstellen können. Aber halt – das konnte ich mir anfangs beim ersten Kind ohnehin nicht vorstellen, viele Dinge ergeben sich und man wächst einfach hinein in das, was passend erscheint.

Stillen im Familienbett ist jedenfalls einfach, vor allem, wenn man so „seine“ Position gefunden hat. Wie vieles insgesamt beim Stillen, wird auch das nächtliche Stillen oft mit der Zeit leichter: bereits recht schnell ist auch das ansonsten noch vergleichsweise immobile Baby in der Lage, sich weitestgehend selbständig zur Quelle seines Glücks zu bewegen, je nach Lage zumindest mit dem Köpfchen. Oft wacht frau dann mit der Zeit tatsächlich gar nicht unbedingt mehr auf, wenn das Baby stillt.
Das Kind wächst und vielleicht kommen, wie bei uns, Geschwister hinzu. Das Familienbett ist die einzige mir bekannte echte Möglichkeit, auch zwei oder mehrere Kinder alleine einschlafzubegleiten, ggf. mit Körperkontakt. Das war hier oftmals nötig, weil mein Mann lange Zeit auch einfach oft nicht oder noch nicht zuhause war, wenn die Kinder müde wurden und ins Bett wollten. Wollten, ja genau, sie gehen auch selbstbestimmt schlafen, denn wie sollte ich bestimmen, wann sie müde sind? Das entspannt auch die Bettgehsituation, denn wer müde ist, schläft auch recht schnell ein. Und wer noch nicht müde ist, kann sich entsprechend noch selbst ein bisschen beschäftigen.

Unsere große Tochter möchte meist z.B. beim Vorlesen noch mit dabei sein, das genießen einfach alle, und dann verschwindet sie – ganz oder erstmal – in ihr Zimmer und ihr Bett. Ein eigenes Bett und somit die Möglichkeit, auch alleine zu schlafen, haben und hatten alle Kinder gleich; schließlich wollen wir ja auch niemanden zum Familienbett zwingen.
Und dann windelfrei. Wir haben bei allen Kindern windelfrei und teilzeitwindelfrei gemacht, für uns war und ist das einfach Teil der Kommunikation. 2007 kannten wir Windelfrei als „Konzept“ noch nicht, geschweige denn, dass irgendjemand in unserer Umgebung schon davon gehört hätte. Entsprechend erstaunt bis entgeistert waren bisweilen die Reaktionen ;-), teilweise stießen wir auch auf Ablehnung, wie bei unserem hier in vielem unüblichen Umgang als Familie insgesamt. Aber unsere große Tochter zeigte einfach ganz deutlich, wenn sie mal musste, und fand vollgepinkelte Windeln am Körper auch tendenziell ziemlich blöd. Klar, da variierten wir, wenn sie mal nicht von einem von uns betreut wurde, und irgendwann entdeckten wir auch Stoffwindeln.
Zum nächtlichen Abhalten jedoch kann ich aus eigener praktischer Erfahrung relativ wenig sagen. Da es bei allen unseren Kindern so war, dass sie recht lange nachts ohnehin recht viel und recht oft gestillt haben, mussten sie natürlich auch entsprechend Pipi machen.

Bei vielen meiner Klienten klappt das prima, aber meine Kinder fanden Abhalten nachts alle richtig doof. Zwar der eine mehr, die andere weniger, aber richtig wach wurden sie alle dabei, im Halbschlaf abhalten war nicht. Außerdem gerieten wir immer in die sogenannte Stillfalle – dass sich also stillen und Pipi machen deutlich gegenseitig bedingen und entsprechend steigern. Leeren –auffüllen-leeren-auffüllen sozusagen. Und wie heißt es so schön? „Schlaf hat immer Priorität!“

Unausgeschlafen ist alles einfach blöd, und als Freilerner-Mama (und sonst auch) braucht frau ihre Kräfte für den Tag. Nachts sind wir also nach diversen Versuchen mit verschiedenen Dingen und Möglichkeiten wie Töpfchen, kleinem Topf, Unterlage, Mullwindel etc. zu nächtlichem Wickeln übergegangen – anfangs und auf Reisen oder in sehr anstrengenden Zeiten teilweise auch später mal mit Wegwerfwindeln, dann mit Stoffwindeln. Und dennoch waren unsere Kinder recht früh auch nachts komplett und „unfallfrei“ trocken, mit unter oder ziemlich genau mit 2 Jahren, und das tatsächlich so, dass eigentlich keines nachts regelmäßig auf Toilette muss. Klar kommt es mal vor, aber meist kommen sie ohne Toilettengang aus.
So unsere Wege für ruhige Nächte, auch hier darf man immer nachjustieren, wie es passt. Wenn wir achtsam aufeinander schauen, dann ist die Wahrscheinlichkeit eine bedürfnisorientierte und familienleichte Lösung für alle zu finden recht hoch und wir können nicht nur an Weihnachten von einer „Stillen Nacht“ sprechen.


familienbettÜber die Gastautorin

Lena Busch ist Mutter von drei Kindern und berät als Trageberaterin, Stillberaterin, Windelfrei-Coach, Stoffwindelberaterin und Familienbegleiterin junge Eltern in ganz praktischen Fragen des Miteinanders von Anfang an.

Von Tragehilfe über Beikost und Breifrei bis zu praktischen Einzelfragen z.B. zu Babyschlaf und Autonomiephase.

In ihren Elterncoachings on- und offline geht es oft eher um’s „Mindset“, darum, wie ein gleichwürdiges, beziehungsorientiertes Miteinander auf Augenhöhe unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller in der Familie aussehen kann.

Eltern stoßen da oft an alte Glaubenssätze und erlernte Erziehungsmaximen, die einem oft ganz ungewollt in den Kopf schießen („das geht doch nicht, das kann er doch nicht machen, es muss doch…“) oder von außen kommen und die ihrem Bauchgefühl und dem, wie sie gerne in der Familie miteinander leben wollen, widersprechen.

Lenas Kenntnisse aus ihrer Tätigkeit als Finanzfachfrau in Führungspositionen nutzt sie außerdem, um Eltern auch bei einer familienleichten Gestaltung ihres Lebens in Berufs- und Gelddingen zu unterstützen.

Attachment Parenting und selbstbestimmtes und freies Lernen stellen für sie eine Haltung dar. Die eigenen Erfahrungen mit klassischer Fremdbetreuung, kindergarten- und schulfreiem Leben, freier Schule und als Reisefamilie und dem immer wieder Justieren an die Bedürfnisse der gesamten Familie folgen dieser Haltung.

Diesen Herzensthemen widmet sie sich auch in ihrer Tätigkeit als freie Journalistin. Sie bloggt unter www.FamilienLeicht.de und www.Freilern-Blog.de und setzt sich für eine Bildungsfreiheit in Deutschland ein. Mit ihrem Mann veranstaltet sie im Frühjahr 2016 den 1. Online-Bildungskongress für freies Lernen und selbstbestimmte Bildung unter dem Motto „selbstbestimmt lernen – leben – arbeiten“ www.BildungsKongress.com

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!