Um den Hals gewickelte Nabelschnur – gefährlich oder nicht?

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Wir alle kennen Sätze wie: “Zum Glück waren wir im Spital, mein Baby wäre sonst gestorben – die Nabelschnur war um seinen Hals gewickelt!” … oder “Der Notkaiserschnitt hat dem Baby das Leben gerettet, sonst wäre es erstickt!”

Ist eine um den Hals gewickelte Nabelschnur wirklich so gefährlich, wie uns suggeriert wird?

Tatsächlich kommen ein Drittel aller Babys mit einer um den Hals gewickelten Nabelschnur zur Welt und fast jedes zweite Baby hat sich die Nabelschnur irgendwo am Körper umgeschlungen. Laut Statistiken betrifft es häufiger männliche Babys und solche mit einer “sehr langen Nabelschnur”.Ein Ultraschall bringt auch nicht mehr Licht in’s Dunkel, denn auch wenn so eine Umwicklung meist in der fortgeschrittenen Schwangerschaft auftaucht (das Baby hat irgendwann einfach nicht mehr genügend Platz sich wieder “zu entwirren”), kann es durchaus auch unter der Geburt dazu kommen, wenn sich nämlich das Baby durch das Becken dreht. (Ps. Ramin, mein zweites Kind hatte die Nabelschnur auch zwei Mal um den Hals gewickelt …. )

Die Nabelschnur als Sündenbock der Ärzte

Leider behaupten Ärzte oft, dass eine umwickelte Nabelschnur der Grund für die nicht planmässig verlaufende Geburt gewesen sei. Auch bei totgeborenen Babys, welche noch im Bauch oder während der Geburt verstorben sind, wird oft die Nabelschnur als Ursache genannt, denn bei Vielen sieht man halt, dass eben auch diese Babys die Nabelschnur um den Hals hatten.

Natürlich ist es immer sehr schmerzhaft, wenn ein Baby im Bauch (oder danach) stirbt, aber wenn Ärzte deswegen die Ursache auf die Nabelschnur abwälzen, nur um Eltern einen Grund nennen zu können – da sie meist eben nicht wissen an was es lag – ist damit bestimmt niemandem gedient. Ausser vielleicht der Versicherung der Klinik.

Extrem selten

Ich will hier nicht behaupten, dass es keine wirklich tödlich verlaufenden Folgen geben kann, aber diese sind extrem!! selten.

Leider wird bei einer Totgeburt meist gar nicht erst nach der wirklichen Ursache gesucht, denn wenn eine Umschlingung der Nabelschnur vorhanden ist, hält diese einfach als Sündenbock her.

Die meisten Eltern möchten auch keine Obduktion des Babys – verständlicherweise. Aber es liegt wohl in der Natur des Menschen, einen Grund für den Tod zu suchen. Nur sollten dann Ärzte und Geburtshelfer auch ehrlich sein und zugeben, dass sie nicht wissen woran das Baby gestorben ist.

Meiner Meinung nach geschehen die meisten Komplikationen erst mit der Intervention seitens der Ärzte, weil sie nicht nur aus versicherungstechnischen Gründen jedwede mögliche Komplikation präventiv ausschliessen wollen!

Die Nabelschnur ist perfekt konzipiert

Die menschliche Nabelschnur ist bei einem Reifgeborenen etwa 50–60 Zentimeter lang, 1,5–2 Zentimeter im Durchmesser, meist spiralig gewunden und vom Amnion umgeben. Sie enthält anfänglich vier Blutgefäße, von denen sich die rechte Nabelschnurvene zwischen dem 28. und 32. Tag der Embryonalentwicklung zurückbildet. Danach verfügt die Nabelschnur in der Regel über drei Gefäße, zwei Nabelarterien (Arteriae umbilicales), die kohlenstoffdioxidreiches und nährstoffarmes Blut vom Kind zur Plazenta leiten, und eine Nabelvene (Vena umbilicalis), die Blut von der Plazenta zum Kind leitet. Typisch für die Nabelschnur ist das gallertige Bindegewebe, das einerseits für die notwendige Flexibilität verantwortlich ist und gleichzeitig vor einem Abknicken bei Biegebelastungen schützt. Es besteht aus feinen Kollagenen, wenigen Fibroblasten und großen Mengen an wasserbindenden Hyaluronen (Wharton-Sulze).Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nabelschnur&oldid=166131390

Die Nabelschnur kann aber problemlos um den Hals gewickelt sein, denn diese besteht an der äussersten Schicht aus gallertigem Bindegewebe und ist in sich selbst gedreht.

In der Nabelschnur gibt es drei Nabelgefässe (zu Beginn der Schwangerschaft noch vier, welche sich dann aber verwachsen), welche so vor einer Überdehnung, vor dem quetschen und reissen geschützt werden.

Babys sind schliesslich während der Schwangerschaft bereits äusserst bewegungsfreudig und turnen im Bauch der Mama umher. Oft ziehen sie auch an der Nabelschnur und spielen mit ihr, wickeln sich ein und wieder aus, etc.

Sie lässt sich ca. auf die doppelte Länge dehnen. Natürlich wird sie dann auch dünner und der Blutfluss kann kurzzeitig vermindert sein, aber da dies meist erst bei der Austreibung geschieht und immer noch genügend Sauerstoff transportiert wird, dürfte es in den allerwenigsten Fällen zu wirklichen Komplikationen kommen.

Die Nabelschnurkomplikationen betrafen die Nabelschnurumschlingung mit Gefäßstrangulation, einen Nabelschnurvorfall mit Gefäßkompression, echte Nabelschnurknoten mit einer Zirkulationsstörung, obturierende venöse Thrombose. Die Nabelschnurumschlingung ist ein häufiges Ereignis und in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle bedeutungslos. Die Wertung von echten Knoten und Nabelschnurumschlingung als Ursache für einen intrauterinen Fruchttod setzt daher den Nachweis entsprechender Kompressions- bzw. Strangulationszeichen und/oder den Nachweis prä- und poststenotischer Stauungszeichen in den fetalen Gefäßen voraus. Fehlen diese, bleibt der ursächliche Zusammenhang zwischen Nabelschnurumschlingung und Fruchttod offen. Quelle: https://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/tjong-calvin-2003-06-12/HTML/chapter1.html

Verzögerter Geburtsverlauf durch Nabelschnur um den Hals?

Auch die Behauptung, dass die Nabelschnur, welche sich um den Hals des Babys gewickelt hat, den Geburtsverlauf hinauszögern soll, stimmt so nicht. Dies sollte eigentlich klar sein, denn es bewegt sich ja nicht nur das Baby nach unten, sondern quasi das komplette Innenleben der Frau. Also der untere Teil der Gebärmutter (Fundus), Plazenta inkl. Nabelschnur. Durch die Wellen in der Gebärmutter werden diese Organe gemeinsam nach unten geschoben.

Und auch wenn sich die Nabelschnur nicht nur lose um den Hals gelegt hat, wie das in vielen Fällen ist, sondern sich fest um den Hals legt, wie dies beim Austritt geschehen kann wenn sie bspw. sehr kurz ist, sich mehrfach um den Hals gewickelt hat oder zwischen Köpfchen und Becken festsitzt, auch dann wird das Baby nicht ersticken! Es kommt dann zwar weniger Sauerstoff durch die Nabelschnur zum Baby, was dazu führen kann, dass das Baby kurz nach der Geburt schlaff und matt wirkt. Doch diese kurzfristige Sauerstoffarmut (Hypoxie) wird sich sofort nach der Geburt, nämlich wenn sich die Nabelschnur entwirrt hat und nicht durchgeschnitten wird, gleich wieder ausgleichen. Das Blut fliesst wieder vollständig durch die Nabelschnur und nach kurzer Zeit haben sich die Babys erholt.

Das Eingreifen der Ärzte führt zu den meisten Komplikationen

Heute sieht es im Spital leider meist ganz anders aus. Kaum ist das Baby geboren, wird auch schon die Nabelschnur abgeklemmt, und ganz nah am Körper durchtrennt. Im Falle eines schlaffen Babys wird dies unter dem Vorwand gemacht, dass das Baby so schneller von den Ärzten versorgt werden kann, da es ja durch die Nabelschnur noch mit der Plazenta verbunden ist.

Was passiert aber, wenn die Nabelschnur des Babys durchtrennt wird, manchmal noch bevor es vollständig geboren ist?

Der Blutfluss zwischen Plazenta und Baby wird sofort gestoppt und dadurch gelangt auch keinerlei Sauerstoff durch die Nabelschnur mehr zum Baby. Nicht nur ein geringeres Blutvolumen beim Baby, sondern auch die Sauerstoffversorgung ist komplett eingestellt. Dies führt leider häufig dazu, dass das Baby sobald es geboren ist, reanimiert werden muss und die Schuld wird dann der Umschlingung der Nabelschnur gegeben. Anstelle dem Baby den wenigen, aber durchaus ausreichenden Sauerstoff durch eine umschlungene oder gequetschte Nabelschnur zu gewähren, wird diese durchtrennt und das Baby hat nun logischerweise überhaupt keinen Sauerstoff mehr! Kommen jetzt noch weitere ungünstigere Umstände wie eine Schulterdystokie, ein Sterngucker, oder ähnliches dazu, welches zu einem verzögerten Austritt des Babys führen kann, nimmt die Gefahr einer Hypoxie (Sauerstoffmangel) rasant zu.

Was kann geschehen, wenn eine Umschlingung manuell entwirrt werden möchte?

Ärzte und leider auch Hebammen werden ausgebildet, bei einer Nabelschnurumschlingung diese manuell zu lösen, bzw. zu entwirren. Wenn nun aber durch Zug diese versucht wird zu lösen, verengen sich die Gefässe noch weiter, was wiederum zu noch weniger Blut- und Sauerstoffzufuhr beim Baby führt. Es kommt auch nicht selten vor, dass die Nabelschnur dadurch reisst und gefährliche Blutungen beim Baby auftreten. Und wir wissen auch, dass ein ziehen an der Nabelschnur eine vorzeitige Plazentalösung bei der Frau auslösen kann, was wiederum für die Frau lebensgefährlich werden kann.

Was also tun bei einer Umschlingung?

  • Nichts! Während der Geburt gibt es nichts zu tun! Selbst wenn die Herztöne abfallen sollten, was bei jeder Wehe/Kontraktion logischerweise geschieht und auch im Falle, dass die Nabelschnur wirklich so gequetscht wird, dass weniger Sauerstoff zum Baby gelangt, ist jede Intervention von Aussen kontraproduktiv
  • Sollte der extrem seltene Fall eintreten, dass das Baby, nachdem der Kopf geboren wurde, durch die umschlungene oder gequetschte Nabelschnur daran gehindert wird komplett rauszukommen, dann die Somersault-Technik anwenden. Dies geschieht, indem man den Kopf des Babys mit der Stirn zum Oberschenkel der Frau hält und das Baby eine Art Salto vollführen lassen.
  • Nachdem das Baby komplett geboren wurde, die Nabelschnur vorsichtig entwirren und im Falle eines schläfrigen, geschwächten Babys es durch Körperkontakt wärmen, mit ihm sprechen und es streicheln während die Plazenta die Versorgung des Babys wieder übernimmt
  • Falls tatsächlich zu weitere Versorgungsmassnahmen stattfinden müssen, dies immer mit intakter Nabelschnur vornehmen
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Wir sehen, auch in diesem Fall wird uns mehr Angst vor Komplikationen gemacht, als diese meist eintreten. Und meist werden diese sogar durch unnötige Interventionen erst hervorgerufen!

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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