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Weltreise – wir melden uns dann mal ab …


… und gehen auf  Weltreise!

Was?! macht ihr? …

Und die Kinder? …

Das geht doch nicht! …

Wir machen uns Sorgen! …

Das kann gefährlich werden! …

Was ist mit Krankheiten? …

Wie wollt ihr das finanzieren? …

Und alles aufgeben? …

Ja diese Liste liesse sich wohl beliebig erweitern 😉 Aber Moment mal, ich hole aus. Weltreise mit der ganzen Familie – ohne Geld gespart zu haben?

Wir befinden uns in CH-9642 Ebnat-Kappel (St.Gallen), Frühling 2011.

Mein „Chinderhuus Flüügepilz“ habe ich im Jahr 2005 gegründet und seit da ist es stetig gewachsen. Wir sind insgesamt 9 Personen die hier arbeiten. Unsere Angebote: Spielgruppe, Naturspielgruppe, Malraum, Gestaltungsatelier, Mittagstisch, Kita, Original Play Spielgruppe und sind in den Vorbereitungen für ein erweitertes Angebot mit Kindergarten und Schule.

Meine Familie (aktuell noch bestehend aus Marco (1983), mir (1989), unseren beiden Kindern Lemuria (2007) und Ramin (2010) und Joy unsere Hündin (2003) und ich wohnen im selben Haus wo das Kinderhaus ist. Meine Kinder haben keine eigenen Schlafzimmer oder Kinderzimmer, dafür ein ganzes Haus welches sie mit ganz vielen Kindern von Montag bis Freitag, von morgens bis abends und manchmal sogar über Nacht teilen. Seit meiner ersten Schwangerschaft war klar, dass meine Kinder nicht beschult werden sollten und nun würde Lemuria im Sommer 11 in den Kindergarten müssen.

Seit einigen Monaten arbeite ich deshalb mit Hochdruck daran, alles vorzubereiten für unsere freie Schule (jetzt im Nachhinein lache ich über diesen Widerspruch 😆 ). Wir haben von unserem Vermieter schon länger die mündliche Zusage für zusätzliche Räumlichkeiten im Haus bekommen und warten nur noch auf den Vertrag. Das Schulkonzept ist so weit fertig und alles andere auch organisiert. Langsam drängt die Zeit, denn das Konzept muss noch vom Kanton genehmigt werden und die Frist nähert sich dem Ende zu. Dann der Schock! Unser Vermieter erteilt uns trotz vorheriger mündlicher Zusage eine Absage – ein Bekannter hat den Vorrang bekommen und so stehe ich vor einem Problem.

Noch 3 Monate bis Schulbeginn und ich habe keine Möglichkeit mehr meine Tochter dem System zu entziehen. Im nächsten Monat gehen mir allerlei Ideen durch den Kopf. Alles wird durchdacht, nur um am Ende wieder an der selben Stelle zu stehen. Bei meinem Problem. Dass meine Kinder unter keinen Umständen in die Schule gehen werden steht ausser Frage. Früher war mein Satz immer: „Lieber gehe ich nach Afrika und eröffne dort eine Schule, bevor meine Kinder in eine gehen werden!“

Nun, ich hatte mich schon vor meiner ersten Schwangerschaft mit dem Thema freies Lernen auseinandergesetzt. Nichts anderes war ja unser Kinderhaus. Ein Ort an dem Kinder noch Kinder sein dürfen. Und hätte ich das Kinderhaus nicht gehabt, hätte ich mich sofort für diese Form entschieden. Ich hatte aber ein Kinderhaus, in welches ich die ganzen Jahre über mein Herzblut, meinen letzten Rappen Geld, eine Unmenge an bürokratischem Aufwand, und und und investiert hatte. Meine Tage waren lang. 6:30 Uhr kamen die ersten Kinder und manchmal blieben die Letzten bis 20:30 Uhr. Danach noch stundenlanges Arbeiten am Computer und oftmals kam ich nicht vor 2 Uhr ins Bett, viel auch erst später.

Ich hatte als Vision ein Ort im Kopf, der für alle Menschen egal welchen Alters zugänglich ist, mit einer Bibliothek, Garten, Seminarräumen, Kinderhaus und eben einer freien Schule (und noch vielem mehr!). Ja diese Vision wäre durchaus in die Realität umgesetzt worden, denn wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann tue ich das auch, egal wie gross die Herausforderung auch ist.

Tja, aber das Universum machte mir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung! Was für ein Glück – denke ich mittlerweile – doch zu diesem Zeitpunkt eine Katastrophe! Ich stand also da, mit einem Schulkonzept und allem drum und dran und nun fehlten uns die Räume. Alles erdenklich mögliche habe ich versucht, bis ich den Entschluss fasste alles aufzulösen und in einen anderen Kanton zu ziehen wo freies Lernen möglich ist. Im Kanton Appenzell beginnt die Schule auch erst ein Jahr später, meine Hoffnung war also wenn wir ein Haus finden und den Mietvertrag noch vor Schulbeginn unterschreiben, wir Lemuria davon befreien können. Wir suchten und suchten und schauten uns viele viele Häuser an. Bis wir dann hier in Walzenhausen unser wunderschönes 5 1/2 Zimmer Haus mit grossem Garten (1000qm) gefunden haben. Doch einziehen konnten wir erst im Januar 2012. Gut, dachte ich mir, dann schreibst denen einen Brief und erklärst wie es aussieht. Das tat ich dann auch und wir bekamen prompt die Erlaubnis mit Vorlegen des unterzeichneten Mietvertrages. Jaaa geschafft!

Zu dieser Zeit war alles noch ziemlich surreal für mich. Mein geliebtes Kinderhaus würde nicht mehr länger bestehen. Wo sollten nun all die Kinder hin? Etwas vergleichbares gab es weit und breit nicht. Es kamen Kinder aus Zürich, St. Gallen und überall zu uns, sie nahmen einen Weg von teilweise 2 Std. auf sich um bei uns sein zu können. Die Kinder taten mir so Leid, ich dachte an diese grässlichen Kitas wo sie in Zukunft hingehen müssten … Es war eine komische Zeit, weitermachen wie bisher und trotzdem schon abbrechen (ähnlich wie jetzt auch – nur mit viel mehr Begeisterung!). 7 Monate Wartezeit/Übergangszeit. Ich konnte es nicht richtig fassen. Wie würde es sein einfach „nur „als Familie zu leben? Ich hatte keine Ahnung.

Seit Lemuria geboren war, hatten wir so gewohnt, dass das Kinderhaus und unsere Familie in einem Haus waren. Es war für mich völlig selbstverständlich tagein tagaus dutzende Leute in meinem Haus zu haben und 5 verschiedene Spielzimmer für meine Kinder, ein gemeinsames Bad, Küche, Kinderschlafzimmer, Garten, …. einzig das Wohnzimmer und unser Schlafzimmer war privat – bis wir auch dieses dem Kinderhaus anschlossen und zwei weitere Räume im Haus mieteten um ein Wohnzimmer für uns zu haben. Wie würde das werden? Ich, die bis jetzt immer am arbeiten war mit den Kindern zusammen, plötzlich „nur“ noch Mutter? Klar, ich hatte meine anderen Tätigkeiten als Beraterin, den Shop, usw. die ich weiterhin fortführen wollte, doch alle unsere Freunde waren mehr oder weniger in der Nähe. Umziehen selbst ist für mich normal. In meinem Leben bin ich mittlerweile mit meinen 25 Jahren schon 35 Mal umgezogen. Ich habe einfach Zigeunerblut in meinen Adern (kein Witz 😉 ) und schon als Kind war das normal. Doch jetzt alles aufgeben …


Dezember 2011

Bald ist es so weit. Vieles haben wir weggegeben und doch haben wir noch massig Sachen die wir noch brauchen für den Alltag als Kinderhaus. Wir werden zuerst 2 Wochen Zwischenstation bei meiner Mutter und dann einen Monat Zwischenstation bei einer Familie haben. Denn hier müssen wir bis Ende Jahr raus – und in’s neue Haus können wir erst Ende Januar. Das bedeutet zwei Mal!!! umziehen! Oh Gott! Einmal alles in eine Scheune und von dort aus dann in’s neue Haus. Ach ja, hab ich schon erwähnt dass ich schwanger bin? Ja ich bin mit Sirius im dritten Monat schwanger (dass es Sirius sein würde, wusste ich natürlich noch nicht 😉 ). Das macht den ganzen Umzug nicht unbedingt leichter. Zum Glück ist das Haus gross genug für uns bald 5 mit Joy 😀

Am 22. Dezember werden wir mit einem Abschiedsgeschenk überrascht. Ein veganer Korb voller Leckereien mit Fotos aus unserer Zeit im Flüügepilz und den Kindern, Zeichnungen und Karten.


Januar und Februar 2012

Wir haben den ersten Umzug geschafft nachdem wir über Weihnachten bis in’s neue Jahr das Kinderhaus geputzt und abgegeben haben (Mensch war mir übel!), bei meiner Mutter den Jahreswechsel verbracht haben und beide Kinder und ich krank wurden (das war einfach zu viel für uns!).

Wir haben an vielen verschiedenen Orten Weihnachten gefeiert,

Wir verbringen nun den Januar im Haus einer Familie im Toggenburg. Sie sind im Urlaub und wir hüten so lange die Tiere und das Haus von ihnen. Ist das komisch …. Marco hat seine Arbeitsstelle natürlich gekündigt und ich arbeite auch nicht mehr … Schräges Gefühl.

Es ist einer der kältesten Winter den ich erlebt habe und im Haus ist das Wasser gefroren. Geheizt wird hier mit Holz und wenn wir einmal einen Tag weg sind, frieren wir uns den A*** ab, trotz vorheizen. Schlafen tun wir oft alle zusammen im Bett, so ist es wärmer. Denn bis in den oberen Stock kommt die Wärme nur laaaangsam. Wir haben die Möglichkeit im neuen Haus schon einmal unsere Sachen in die „Garage“ zu stellen und somit fahren wir oft hin und her mit unserem Van und transportieren so viel es geht bereits in’s neue Haus.

Langsam aber sicher habe ich die Schnauze voll! Es ist mördermässig kalt, ich bin schwanger und will es endlich gemütlich haben und ankommen. Als dann das Wasser noch einfriert, reicht es mir. Ich gehe mit den Kindern in’s neue Haus. Marco muss aber wieder zurück, denn die Tiere brauchen ihr Futter und trinken.

So verbringen wir unsere erste Nacht im neuen Haus. Der Kindertisch dient uns als Esstisch und wir freuen uns, dass es so schön warm ist (Bodenheizung – haaaaach 🙂 ).

Am nächsten Morgen merken wir, dass auch hier die Leitungen alle gefroren sind! Und das obwohl das Haus super gut isoliert ist! Na toll!! Wir haben gerade noch 1l Wasser hier und keine Ahnung wann die Leitungen wieder funktionieren. Tja, Lappen feucht machen für die Hände und so sparsam trinken wie möglich. Kochen ohne Wasser und WC-Spülung funktioniert natürlich auch nicht. Ich schnappe mir die Kinder und wir ziehen uns waaarm an. Wir spazieren den Weg neben unserem Haus hoch, bis wir an einem tollen Aussichtspunkt sind. Von hier aus sehen wir das Rheintal und die Vorarlberger Berge sowie auf den Bodensee bis nach Deutschland.

Es ist Minus 18°C und als ich sehe, wie Ramins Nase läuft und zufriert !?! machen wir uns schnell auf den Rückweg.

Mittlerweile geht das Wasser wieder und ich beginne weiter einzurichten, während die Kinder spielen.


Wieso ich das hier alles schreibe? Ich weiss ehrlich gesagt nicht weshalb. Es war mir wichtig. Es heisst so oft: „Das muss man sich erst einmal leisten können!“, oder „Umziehen deswegen?“, „Dann müssten wir alles aufgeben…“ und noch viele viele Ausreden mehr.

Ja eine Entscheidung stellt uns immer vor neue Herausforderungen. Und glaube mir, wenn ich sage dass mein Kinderhaus aufgeben eine wirklich harte Entscheidung war für mich – damals.

Jetzt im Nachhinein erst sehe ich was das Leben noch viel Schöneres für uns bereit hält. Es war ein Sprung in’s kalte Wasser.

Das alles um meinen Kindern ein Leben zu ermöglichen, in welchem sie die freie Wahl haben was, wo, mit wem, wie und wann sie etwas lernen möchten. Ob das hier so möglich ist im Kanton Appenzell Ausserrhoden? Wir sind schwer davon ausgegangen als wir uns damals im Frühling 2011 informiert hatten. Was aber wirklich möglich ist, das werdet ihr in einem späteren Beitrag erfahren.

Erst einmal geht es ja darum was wir nun für eine neue Herausforderung vor uns haben, bzw. mitten drin stecken 😀

Der Titel sagt es ja schon. Wir haben uns entschieden, unseren Haushalt aufzulösen, das Meiste zu verkaufen und auf Reisen zu gehen. Mit einem Wohnmobil (welches wir noch nicht haben), unserer Hündin Joy (2003) und unseren 3 Kindern Lemuria Atlantis (2007), Ramin Seraphim (2010) und Sirius Amarrú (2012). Als vegane Freilernerfamilie.

Wieso wir uns dazu entschlossen haben, was wir noch alles vor uns haben bis es so weit ist, wohin uns unsere erste Etappe führen wird, wie wir das alles organisieren und finanzieren – und zu guter Letzt, OB wir es dann wirklich schaffen werden alles zu verwirklichen, erfährst du wenn uns weiterhin folgst, auf facebook, per Newsletter oder indem du hier regelmässig vorbeischaust 😀

Namaste Mary

 

 

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!