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Wie wir durch unsere Haushaltsauflösung unser Wohnmobil finanziert haben ?


Eine Tasche verfolgt mich durch mein Haus

Hä? Wie bitte ? Eine Tasche?

Ja genau.

Erst fühlte ich mich nur leicht beobachtet, dann wurde das Gefühl stärker und ich kam nicht umhin, immer wieder hinter mich zu schauen, vor allem beim Treppen steigen …

Erst dachte ich noch, dass ich verrückt sei (kommt ja nicht selten vor 😉 ), doch dann sah ich sie! Erst nur einen Henkel, dann schimmerte es plötzlich hie und da leicht blau hinter der Ecke hervor.

Und plötzlich stand sie vor mir! Bedrohlich groß und mein Weg war versperrt, kein Weg führte an ihr vorbei … Was jetzt?!

Ich schnappe sie mir, rase wie der Teufel durch mein Haus und packe alles ein, was mir zwischen die Finger kommt.

Bei jedem Ding, an dem ich vorbeikomme, halte ich kurz inne und überlege folgendes:

  1. Wann haben wir das das letzte Mal benutzt?
  2. Und wann haben wir es das letzte Mal wirklich gebraucht?
  3. Brauchen wir das auf unserer Reise im Wohnmobil?
  4. Haben wir überhaupt Platz dafür?
  5. Ist es nicht zu schwer?
  6. Brauchen wir das jetzt hier noch für die restliche Zeit?
  7. Ist es ein mir/uns wirklich wichtiges Etwas, bspw. ein besonderes Geschenk oder ein spezieller Edelstein, Buch, …?

Wenn ich eine Frage von Punkt 1 oder 2 mit: „Vor mehr als 4 Wochen …“  beantwortet habe – ab in die Tasche.

Wenn ich eine Frage von Punkt 3 bis 4 mit: „Ja!“ und zugleich Punkt 5 mit „Nein“, beantwortet habe, blieb es erst einmal an Ort und Stelle.

Wenn Punkt 6 oder 7 mit „Ja“, beantwortet wurden, blieb es auch vorerst einmal an Ort und Stelle.

Halb gepackt ist fast verkauft!

Okay, da stand ich also auf unserem Dachboden und hatte zig blaue Taschen vollgepackt vor mir. Und jetzt? Was tun mit all dem Kram?

Verpacken und bereit machen zum Verschicken!

Meine Vorgehensweise

  • Diverse große Umzugskartons – die ich Gott sei Dank aufgehoben habe – bereit legen
  • Alle Dinge überprüfen:
    • Vollständig?
    • Sauber?
    • Noch zu gebrauchen?
    • Zum Verkauf, als Geschenk, zum Unterstellen bei Freunden/Familie oder in den Secondhandshop?
  • Thematische Kisten packen (Spielzeug, Haushaltsartikel, Kleidung, Gartenzeugs, Bücher, u.s.w.)
    • Auf die Kiste einen Papierkleber mit dem „Thema“ schreiben und dann ein A4-Papier darauf kleben mit allem was drin ist (und zwar so, dass ich auch wirklich weiß, was damit gemeint ist!), das Datum, an welchem ich es eingepackt habe und unter jedem Punkt ca. 2 cm Abstand halten
    • Davor von jedem einzelnen Teil, welches verkauft werden sollte, ein oder mehrere Fotos machen plus Beschreibung digital erfassen

Das habe ich jeden Tag gemacht, immer wenn ich durch unser altes Haus lief, hatte ich die Tasche dabei und in jedem Zimmer stand schlussendlich eine solche blaue Ikea-Tasche bereit.

Ich habe dies ebenfalls bei den Sachen der Kids so gemacht. Klar, ich hätte sie bei jedem einzelnen kleinen Pipifax fragen können, doch wir kennen das alle: Nie benutzt, doch wenn es dann hervorgeholt wird und vor lauter Staub schon fast unkenntlich geworden ist, ist es urplötzlich suuuuupercool!!!

Und da ich meine Kinder bestimmt nicht beklauen oder übergehen wollte, habe ich einfach alles in die besagten Kisten gepackt und abgewartet …

Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Zeit

Alles in die Kisten und dann erst einmal abwarten … Da wir uns eine feste Zeit vorgenommen hatten bis alles weg sein musste, gab ich uns einfach jeweils einen Monat pro Kiste. Dann nahm ich sie wieder hervor und ging sie kurz durch.

Waren es meine oder Marcos Sachen und wir haben sie nicht vermisst, kamen sie zu dem Zeitpunkt auf unseren Blog, eBay, Ricardo, Facebook, Kleiderkreisel, etc. … Immer mit der Option, diese auch persönlich bei uns abzuholen oder zu einem vereinbarten Ort abzugeben, wenn wir eh in der Gegend waren.

Waren es Sachen der Kinder, habe ich sie gefragt, ob sie diese wirklich noch wollen.

  • Bei Antwort: Nein – ab zum Verkauf.
  • Bei Antwort: Ja (oder eben, weil es einfach wieder spannend war mit den längst vergessenen Dingen zu spielen) – wieder ausgepackt und auf dem A4-Blatt mit einem Stern * versehen.

Die Dinge, die zum Verkauf standen und welche verschickt werden wollten, habe ich in alle möglichen Kartons gepackt, dafür habe ich bei Geschäften und Freunden nachgefragt, um nicht unnötiges Verpackungsmaterial kaufen zu müssen. Alte Zeitungen, ebenfalls bei Freunden abgeholt, ergaben dann das Polster für zerbrechliche Dinge.

Zu Hause die Gebühren für die Pakete ausgedruckt, aufgeklebt und neben die Tür gestellt, dem Postboten alle mitgegeben und raus aus dem Haus damit 😉

Anfangs fiel es mir schwerer, Dinge auszusortieren, denn wir hatten seit eh und je nur ausgewählte Sachen, die wir alle brauchten (oder zumindest glaubten). Am schwersten fielen mir meine Bücher. Davon hatte ich Tausende (kein Witz!). Doch ich habe dann einfach einmal begonnen.

Erst waren es nur ganz wenige Dinge. Doch mit jedem Tag, demf wir unserer Reise näher kamen, wanderten mehr und mehr Sachen in die Tasche …

Auch unsere Kinder verabschiedeten sich nach und nach von all ihren Dingen, ganz ohne Druck und ohne das Gefühl, etwas missen zu müssen.

Es gab schlussendlich genau eine große Kiste mit persönlichen Dingen, meine Pole und ja, ich gebe es ja zu – 4 Kisten mit Büchern (shame on me 😛 )

Und was haben wir aus all dem verdient? Ca. 5000€ – welche vollumfänglich in unser erstes Wohnmobil flossen. Hey, 5000€ – satte Summe, ohne welche wir uns das Wohnmobil damals niemals hätten leisten können!

Wie viel braucht man wirklich?

Wie viele Dinge hatten wir, von denen wir dachten, sie erleichtern uns den Haushalt. Schaut man genauer hin, merkt man schnell, dass dies ein Trugschluss ist in den meisten Fällen!

  1. Kostet das Zeug Geld, auch wenn es Secondhand ist (das wiederum bezahlen wir mit Zeit die wir gegen Geld eintauschen)
  2. Muss das Zeug „gewartet“ werden (Zeit)
  3. Repariert (Zeit und Geld)
  4. Gereinigt (Zeit)
  5. Aufgeräumt (Zeit)

Alles in allem gab es wirklich nur wenige Dinge, die mir den Haushalt wirklich erleichtert haben! Staubsauger, Waschmaschine und sonst fällt mir nix ein…

Alle anderen Dinge ergeben eine Minusrechnung. Warum war mir das früher nie aufgefallen?!

Damals und heute umso mehr, war für mich eines sonnenklar … Sollten wir jemals wieder eine Homebase besitzen – und das werden wir in irgendeiner Form bestimmt – werden wir uns mit Sicherheit auf ein absolutes Minimum beschränken an materiellen Dingen.

Hey, ich bin Mary Mattiolo!

Geboren 1989, Querdenkerin, Veganerin, Rebellin und Mama von einer Tochter (2007) und zwei Söhnen (2010 und 2012), allesamt Freilernerreise seit 2016 im Bus um die Welt und verzaubere als WebdesignerinFunnel-Expertin und Technik-Nerd die Köpfe der Menschen!

Ich helfe Online-Unternehmerinnen, meist Müttern, die weniger Aufwand für die Kundengewinnung, dafür mehr Zeit für ihr Business und vor allem ihre Familie wollen, durch Funnel-Marketing immer wiederkehrende Prozesse zu automatisieren, sowie durch gezielte Funnel, aus Interessenten Kunden zu machen!