Wir stecken fest! Unsere Nummernschilder sind weg!

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Echt beschissene Situation!

Aber genau das musste ich am Telefon sagen, als wir vor rund zwei Wochen die Schweizer Grenze passierten. Wir waren auf dem Weg in die Schweiz um dort für drei Wochen unsere Freunde und Familie zu besuchen und Lemuria’s 10. Geburtstag zu feiern.

Kurz nach Mittag fuhren wir also gen Grenze bei Le Locle im Kanton Neuchâtel von Frankreich her. Wir wurden bisher noch nie an einer Grenze aufgehalten und so fuhren wir mit gemässigtem Tempo durch die Station. Plötzlich begann der Zoll zu pfeifen! Erst dachte ich, es sei wieder unsere Bremse die seit geraumer Zeit zu bemerken gab, dass wir neue Bremsklötze benötigen (dazu dann in einem weiteren Artikel mehr)… Doch dann kam auch schon ein Beamter und gab uns zu verstehen anzuhalten.

Nun gut, wir dachten uns nichts dabei und er fragte uns auf französisch nach unseren Ausweisen. Wir händigten ihm unsere ID’s und die Pässe der Kinder aus und mussten erst einmal warten…

Der Beamte kam zurück und gab uns zu verstehen, dass wir aussteigen sollen. Da war mir klar, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Mulmiges Gefühl…

Wir folgten ihm in’s Büro, wo er etwas von „Assicurance“ murmelte. „Scheisse!“ Unsere Autoversicherung war anscheinend nicht mehr gedeckt. Dazu kam, dass niemand deutsch sprach, bis auf einen weiteren Beamten der gebrochen ein paar Worte heraus brachte. Ich erklärte, dass ich die Versicherung anrufe um alles zu klären. Gleichzeitig war bereits ein anderer Beamte am Telefon um die Versicherung zu sprechen.

Am Telefon hatte ich eine Dame und fragte erst einmal nach, was los sei. Sie musste es auch erst abklären und nach ewiger Warteschlaufe wurde mir mitgeteilt, dass die Zahlung nicht getätigt wurde. Grmbl… Stimmt, da war doch was! Ich erspare euch nun die ganzen Details und Vorgeschichte. Aber um es kurz zusammen zu fassen. Die Gemeinde unseres letzten Wohnortes in der Schweiz hatte spitz bekommen, dass wir uns abgemeldet haben und dementsprechend hätten wir unsere Kfz-Kennzeichen zurück geben müssen. Da wir aber keine Postadresse hinterlegt hatten, erhielten wir diese Meldung nicht. Lange Rede kurzer Sinn: Wir waren zur Fahndung ausgeschrieben!

Ja ganz toll! Ich versuchte die Dame am Telefon dazu zu bringen, dass sie uns für einen Tag einen Versicherungsnachweis ausstellt, damit wir wenigstens in’s Toggenburg zu unseren Freunden fahren konnten, um dort dann die Versicherung auf jemand anderen in der Schweiz ansässigen, umzuschreiben. Dies hatten wir so oder so vor. Aber dass wir nicht einmal die Grenze überqueren konnten, bevor uns der Behördenwahnsinn einholte…

Sie versprach, mich zurück zu rufen. Klar …

Währenddessen wurde uns mitgeteilt, dass die Kantonspolizei herbeigerufen wurde, weil die Zollpolizei hier nicht zuständig sei. Na toll!!! Ich wartete unterdessen auf den Rückruf, der auf sich warten liess.

Ein Beamter kam und erklärte dass ein Übersetzer der Kantonspolizei am Telefon sei und gab mir den Hörer auf Lautsprecher. Ich erklärte dem Mann am Telefon gegenüber, dass es wohl ein Missverständnis sei und wir gerade auf den Rückruf der Versicherung warten. Er gab mir zu verstehen, dass wir unsere Nummernschilder abgeben und nicht weiterfahren dürfen. Ich sagte ihm, dass sie uns ein bisschen Zeit geben sollen bis die Versicherung zurück rufe. Nach rund zehn Minuten, in welchen er mir zu verstehen gab, dass wir grosse Probleme hätten und sie hier nichts tun könnten und es bestimmt nicht böse meinten, legte ich auf und rief nochmal die Versicherung an. Keine Chance, wir erhielten keinen Nachweis.

Die Dame erklärte, dass wir Zollschilder beantragen könnten für einen Tag. Dies sei möglich. Aha, noch nie etwas davon gehört. Zurück in’s Büro und danach gefragt. Keine Chance – wir bräuchten auch dafür einen Versicherungsnachweis.

Meine Verzweiflung stieg. Was sollten wir nun tun? Doch ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken, die Kantonspolizei kam, inkl. Drogenspürhund! Schlimmer geht immer. Natürlich sprach auch hier niemand deutsch. Die Kids mussten aussteigen und Joy ebenfalls. Der Hund durchsuchte nun das ganze Wohnmobil rund 10 Minuten lang und ich erklärte den Kindern warum er dies tat. Oh Mann ey! Der Mann mit dem Hund brachte mir darauf mein Portemonnaie mit dem Hinweis, ich solle es bei mir tragen. Ich dachte nur „Häh?! Ihr seid ja die einzigen die in’s Wohnmobil gehen!!“… Na er wird da seine Erfahrungen gemacht haben.

Die beiden anderen Kantonspolizisten nahmen unterdessen die Nummern vom Wohnmobil und ich hätte am liebsten das Wohnmobil gepackt und wäre einfach davon gefahren. Was für eine Scheisse! Ich fragte nach der Drogenspürhundaktion, ob die Kids wieder einsteigen dürfen. Schliesslich standen wir genau in der Mitte zwischen allen die auf der einen Seite in’s Land wollten und auf der anderen die aus dem Land fuhren. Es wurde verneint und ich wurde zunehmend sauer! Nach weiteren zwanzig Minuten warten und blabla schickte ich die Kinder wieder in’s Wohnmobil. Die können mich mal – so meine Gedanken.

Das ganze Prozedere dauerte fast vier Stunden und den Rest erspare ich euch. Nachdem sie wieder abgezogen waren, wurde uns gesagt, wir sollen auf den Parkplatz neben dem Zoll fahren. Wir sassen fest! Rechts und links fuhren sie ungestört an uns vorbei und ich brach erst einmal in Tränen aus und war wütend auf die Schweiz und die scheiss Bürokratie. Das einzige, was uns noch an den Staat bindet und genau dort nagelten sie uns fest. Grrr…

Okay, komplettes Selbstverschulden. Das Gemeine war aber, dass wir wussten, dass es in der Schweiz ein Gesetz gibt, welches regelt was passiert, wenn man sich abmeldet und weiterhin das Kfz-Kennzeichen behalten will. Unterwegs hatten wir ebenfalls einen Schweizer kennengelernt der sich abgemeldet hat und die Nummer behalten konnte. Anscheinend wird dann der letzte Wohnort als „fiktiver Wohnort“ weiter behalten. Er liess dies durch einen Anwalt bestätigen. Nur leider hatten wir es verpasst, ihn nach weiteren Infos oder seinen Kontaktdaten zu fragen und obwohl wir bereits mehrfach im Netz gesucht hatten, haben wir nichts gefunden. Aber das brachte uns nun auch nicht mehr weiter. Zudem kam hinzu, dass bereits alle Ämter geschlossen hatten und es Donnerstag Abend war.

Mein erster Gedanke war, eine Garagennummer aufzutreiben. Doch alle, die wir kannten, arbeiteten nicht mehr in Garagen und hatten demzufolge keinen Zugriff mehr darauf. Marco rief unsere Freunde an und fragte ob sie eine Idee hätten, da der Bruder von unserem Freund beruflich mit Autos zu tun hatte und dahingehend viel Insiderwissen hatte. Er erklärte uns, dass wir eine Tagesnummer auftreiben könnten. Dazu müssten wir auf’s Strassenverkehrsamt und diese abholen.

Okay, das war also eine Möglichkeit. Da heute eh nichts mehr zu tun war, entschloss ich mich wenigstens etwas leckeres zu Essen zu machen und bereitete mit Lemuria Frühlingsrollen zu. Das war dann irgendwie schon fast wieder lustig. Links und rechts fuhren alle Autos an uns vorbei, wir wurden natürlich schräg von allen Seiten angeschaut, so ohne Nummer im Wohnmobil am Zoll und wir brutzelten Frühlingsrollen 😉

Wir schauten noch einen Film, um die Kids und uns auf andere Gedanken zu bringen und etwas abzuschalten. Der Plan für nächsten morgen war, dass Marco gleich zu den Öffnungszeiten beim Amt auftauchen würde. Nur gab es hier keinerlei öffentliche Verkehrsmittel und es hätte zu Fuss bestimmt eine halbe Stunde bis zum nächsten Bahnhof gebraucht. Er würde also per Anhalter zum nächsten Bahnhof trampen.

Ich erwachte am Morgen und Marco war schon weg. Es war bitterkalt am Morgen und ich entschloss mich eine warme Dusche zu nehmen. Danach checkte ich das Wasser – noch maximal 20l im Tank zum trinken, kochen und waschen. Aber ich war sicher, dass wir ja bald losfahren würden und bereitete schon einmal alles vor, um abfahrtbereit zu sein.

Die Zeit verging und endlich kam Marco zurück – ohne Nummernschilder!!!

Warum?! Er erzählte, dass man im Kanton Neuchâtel wohnhaft sein müsse. Was aber sehr komisch war, denn Tagesschilder waren ja aus dem einzigen Grund dazu da um ein Gefährt von A nach B zu transportieren, ohne eben dort wohnhaft sein zu müssen. So ein Mist! Und nun?! Die Verzweiflung war schlagartig wieder da. Unterdessen hatte es noch angefangen zu schneien! Ich hatte echt ne Krise- da waren wir seit einem Jahr unterwegs und nun hatte uns der Schnee eingeholt. Das durfte doch nicht wahr sein! Ich kam mir leicht verarscht vor und ich, die immer an jeder Situation etwas Gutes abgewinnen konnte, weil ich der Haltung bin, dass alles aus einem guten Grund geschieht, war richtig angepisst.

Ich wusste nicht mehr weiter! Mir war auch klar, dass wir hier bestimmt nicht noch einmal eine Nacht bleiben würden. Alles was wir besitzen, war im Wohnmobil und es sah so aus, als ob wir es dort stehen lassen müssten.

Nächster Gedanke war, das Wohnmobil abschleppen zu lassen. Aber das hätte ein Vermögen gekostet und gerade jetzt waren wir alles andere als flüssig.

Ich rief also unsere Freunde an, erklärte kurz vor einem Heulanfall was passiert war und ob wir zu ihnen fahren können um dort zu übernachten bis wir alles geregelt hätten. Klar, kein Ding. Sie hätten uns auch abgeholt, aber das wäre eine Fahrt von acht Stunden hin und zurück gewesen und das wollte ich niemandem zumuten. Ich rechnete aus, was uns die Zugtickets gekostet hätten. Für Marco und mich ein volles Ticket, für zwei Kids und Joy je ein Halbes und Sirius gratis. Wir wären auf 325 Franken plus Taxigebühr zum Bahnhof gekommen! Unmöglich!

Ich überlegte, was noch möglich wäre. Mobility, also ein Auto am Bahnhof mieten und am Zielort wieder abgeben. Hätte uns um die 120 Franken gekostet. Okay, Notfallplan. Doch wir hätten das Wohnmobil ja wieder holen müssen und und und…

Marco rief nochmal unseren Freund an und erklärte ihm, dass das mit den Tagesschildern nicht geklappt hatte. Er war verwundert, da er dies schon zig Mal gemacht hatte.

Ich überlegte unterdessen, ob wir jemanden in der Nähe kannten, der für uns die Nummer holen könnte. Die nächste Person war 2.5 Std. in einem anderen Kanton zu Hause. Ich rief sie also an und erklärte um was es ging. Sie war bereit für uns die Nummer zu holen und klärte alles auf dem Amt ab. Wir wussten nämlich mittlerweile, dass man nicht wohnhaft sein muss in anderen Kantonen, jedoch muss das Auto entweder von oder nach diesem Ort gebracht werden. Aber das würde ja niemand mitbekommen, also kein Problem. Die Zeit drängte langsam – es war Freitag und um 17:00 Uhr spätestens würden die Ämter schliessen, was bedeutet hätte: Stehen bleiben oder mit ÖV wegfahren. Wir suchten nach der günstigsten Methode, wie Marco nach Solothurn kommen würde. Zug war relativ teuer und bei Mobility gab es nur noch ein Cabrio – chchchch…. Okay also Zug. Er würde genau 4 Minuten vor Amtsschluss am Bahnhof ankommen. Da er aber nicht dabei sein hätte müssen, packte er zusammen und machte sich auf den Weg zum Bahnhof, bei strömendem Regen und wieder per Anhalter.

Ich hatte vor ein oder zwei Stunden auf Facebook einen Post verfasst, mit Bitte um Hilfe, falls jemand in der Nähe wohnen würde. Zehn Minuten vor Marcos Zugabfahrt erhielt ich im Messenger eine Nachricht von einer lieben Frau die uns über Facebook kannte, wir uns aber nie persönlich getroffen hatten, dass sie jemanden kenne. Mein Herz schlug schneller! Wir schrieben kurz und ich schilderte in ein paar Sätzen um was es ging, im Hinterkopf die tickende Uhr – nur noch ein paar Minuten bis der Zug fährt. Sie schrieb, dass es sich um ihre Vermieterin handle und sie sich denken könnte, dass sie uns helfen würde, aber auch dass die Frau bereits schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht hätte. Mir war es natürlich nicht wirklich angenehm irgendeine Frau um Hilfe zu bitten, die uns nicht kannte, aber es war schlichtweg ein Notfall und ich sprang über meinen Schatten. Sie versprach sich zu melden wenn sie die andere Frau erreicht hätte. Ich telefonierte sofort Marco und erklärte ihm alles mit der Bitte zu warten mit dem Zugticket. Die Minuten verstrichen. Dann der Messenger, ich bekam die Telefonnummer und rief sofort an. Am anderen Ende meldete sich eine Frau und ich erklärte so gut als möglich in diesen letzten verbleibenden Minuten um was es ging und ob sie bereit wäre, mit Marco zum Strassenverkehrsamt (wo er ja bereits am Morgen war), zu fahren und eine Nummer ausstellen zu lassen. Sie war super freundlich und erklärte sich bereit. Ich gab ihr Marco’s Telefonnummer und die beiden besprachen sich kurz. Marco fuhr erneut per Anhalter zum Amt, wo er sich mit ihr traf und die Nummer endlich ausgestellt werden konnte. Es kostete uns rund 85 Franken plus 200 Franken Depot, bis die Nummernschilder wieder per Post retourniert werden würden. Die 200 Franken übernahm sie sogar. Marco und sie tranken dann noch einen Kaffe und er fuhrt erneut per Anhalter wieder zurück.

Als ich ihn draussen vor dem Auto sah, mit dem ersten Satz: „Wir haben die Nummer“!, jubelten erst einmal alle lauthals los! Alles war bereit zur Abfahrt und ohne einen Blick zurück düsten wir los!

Puh! Das war unser Ankommen in der Schweiz! Ich sag’s euch! Mittlerweile sind wir nach drei Wochen, seit gestern wieder on the road und haben uns über jemand in der Schweiz wohnhaften angemeldet.

Jetzt brauch ich erst einmal eine Verschnaufpause, wurde ja ein ellenlanger Beitrag *lach* … Und was es mit den Bremsen auf sich hatte (ihr erinnert euch an das quietschen zu Beginn?), werden wir euch auch bald erzählen.

Diese Erfahrung hat uns jedoch wieder einmal gezeigt, wie wertvoll eine Community ist und dass es einfach so viele tolle und hilfsbereite Menschen gibt! Auf alle Fälle wird es ein grosses Dankeschön geben an beide Helferinnen <3

Alles Liebe und dass euch nie so etwas passieren wird.

Mary

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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