Wunder Weiblichkeit

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Wunder Weiblichkeit

Meine Erfahrungen mit der Beobachtung meines Zyklus

Ich habe mich schon oft gefragt, warum gerade, wenn es um den weiblichen Zyklus geht, so viel Verwirrung herrscht, so viele Mythen und Halbwahrheiten existieren. Ist es wirklich möglich, dass wir gelernt haben, Atome zu spalten, Herzen zu transplantieren, auf den Mond zu fliegen, und nicht Bescheid wissen über die fruchtbaren Zeiten der Frau? Jede Bäuerin, jede Züchterin kennt sich bei ihren Tieren besser aus als die Durchschnittsfrau mit ihrem Körper.

Ich hatte das grosse Glück, schon als 17 jährige gute, verlässliche Informationen und Unterstützung zu erhalten und merke jetzt, mit 44, dass das ein grosses Privileg war. Wie die meisten jungen Mädchen damals, nahm ich erst einmal die Pille, als ich meinen ersten festen Freund hatte und wir das mit der Sexualität erkunden wollten. „Das ist die sicherste und einfachste Art“, hiess es damals. Ich mochte es nie, diese Pille zu schlucken, aber schwanger werden wollte ich ja schliesslich auch nicht und so nahm ich sie halt – fast zwei Jahre lang. Dann vergass ich sie einmal und bekam Panik. Ich hatte Angst, dass ich schwanger sein könnte. Da war es für mich aus mit diesem Experiment. Doch was nun?

Die symptothermale Methode oder NFP

Meine beste Freundin war auch gerade mit dem Thema beschäftigt und sie erzählte mir, dass sie bei einem Frauenarzt war, der ihr die symptothermale Methode nach Rötzer empfahl. Ich hatte noch nie davon gehört und wollte genaueres wissen. Sie erzählte mir auch, dass es im Spital bei uns im Dorf eine Krankenschwester gab, zu der man gratis gehen konnte für Zyklus-Beratungen. Wir gingen also beide dorthin und sie zeigte uns, wie wir unseren Zyklus beobachten und dokumentieren konnten, was welche Zeichen bedeuteten und – was uns damals am meisten interessierte – wann die sicher unfruchtbaren Tage waren. Wir konnten jederzeit in ihre Sprechstunde gehen oder ihr auch anrufen und sie kontrollierte mit uns unsere Aufzeichnungen und sagte uns, wann wir eine unfruchtbare Zeit hatten.

Wenn ich heute daran denke, bin ich sehr berührt und dankbar darüber, wie sehr sie uns unterstützt hat und wie mutig und unkonventionell das war, 17- jährige Mädchen in der Art zu begleiten.

Lächerlich machen von Natürlicher Empfängnisregelung – gezielte Manipulation ?

Kurz darauf passierte etwas, was mir heute sehr zu denken gibt, mich damals aber nur am Rande berührte. Der Frauenarzt, bei dem meine Freundin gewesen war, veröffentlichte einen Artikel in einer Zeitschrift. Es war die Zeit, in der AIDS und die Angst vor einer Ansteckung in aller Munde waren. Der Inhalt dieses Artikels war in etwa: „Der PEARL Index von Kondomen ist 2-12, schützt also nur unzuverlässig vor einer unerwünschten Schwangerschaft, eine Schwangerschaft kann nur an wenigen Tagen innerhalb eines Zyklus eintreten, Viren sind viel kleiner als Spermien, glaubt also ja nicht, ein Kondom würde sicher vor einer Ansteckung mit HIV schützen.“

Dieser Mann wurde nachher total in den Medien zerrissen. Seine Ansichten und die symptothermale Methode nach Rötzer wurden aufs heftigste kritisiert und lächerlich gemacht, obwohl er ja eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung aus bekannten Tatsachen zog.

Da stellt sich für mich schon die Frage: „Wer hat ein Interesse, dieses Wissen zu torpedieren?“

Unterdrückung der Frau vs. Milliardengeschäft der Pharma

 

Vor der Verbreitung der Pille war es den meisten Frauen nicht möglich, Sexualität zu leben, ohne ein Kind nach dem andern auf die Welt zu bringen. Durch die Unwissenheit über ihren Zyklus und den Mangel an andern Verhütungsmitteln konnten sie in einer von Gesellschaft und Kirche gepredigten Körperfeindlichkeit gehalten werden.

Mit der Erfindung der Pille wurde die Empfängnisregelung ein Milliardengeschäft für die Pharmaindustrie und die hat bestimmt kein Interesse daran, den Frauen das Wissen über ihren Körper zu vermitteln.

Die Norm ist nicht mehr eine rigide Körperfeindlichkeit sondern ständige, sexuelle Verfügbarkeit. Ich denke, dass hormonelle Verhütungsmittel dazu beitragen, dass Frauen den Kontakt zu ihrer Fruchtbarkeit und so zu einem Teil ihrer Weiblichkeit verlieren.

Ich bin der Meinung, dass das Wissen über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ein wichtiger Beitrag sein kann, um im vollen Kontakt zum Körper eine selbstbestimmte Sexualität zu leben.

Nein, ich möchte nicht zurück in eine Zeit, in der es keine Verhütungsmittel gab. Ich finde es wichtig, dass Frauen und Paare frei entscheiden können, ob sie ein Kind wollen oder nicht und ob und wie sie verhüten möchten. (Ob es dann wirklich zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, ist eine andere Frage. Und dass es immer noch zu vielen ungewollten Schwangerschaften kommt, zeigen die Abtreibungsraten.)

Ich finde auch nicht, dass jedes Mädchen und jede Frau durch Zyklusbeobachtung verhüten soll. Doch ich denke, das Wissen über unseren Zyklus und zuverlässige Informationen darüber, wie er funktioniert und wie er interpretiert werden kann, sollten zur Grundausbildung gehören und dann kann die Entscheidung, welche Geburtenkontrolle gewählt werden soll, frei getroffen werden.

Ich persönlich bin dabei geblieben. 27 Jahre und zwei Wunschkinder später schätze ich immer noch die Freiheit, meinen Körper so gut zu kennen, dass ich ohne Verhütungsmittel meine Sexualität leben kann und dass ich in bewusstem Kontakt mit meiner Fruchtbarkeit bin.


Über die Gastautorin Claudia Joller

  • Primarlehrerin
  • Erwachsenenbildnerin
  • Leiterin einer Filzwerkstatt für Menschen mit einer Behinderung

Claudia Joller lebt mit ihrem Mann, zwei freilernenden Töchtern (14 und 11), Hund, Katze, Hühnern, Hasen und Enten in Urnäsch AR.

Ich bin Mary Mattiolo

Lifestylehackerin, dreifache Alleingeburts-Mama von Freilernern, Schulabbrecherin, Querdenkerin, freiheitsliebend und vegan.

Seit Mai 2016 im Bus lebend und reisend unterwegs und Coach für:

  • Online-Business und Start-ups
  • Webdesign und Marketing
  • LifeStyle-Hacking
  • Auswandern und Freilernen

Ohne einen Cent oder andere Sicherheiten sind wir losgezogen. Alles was wir besitzen, haben wir dabei. Wir leben staatenlos und lieben es! Und auch Du kannst das – wenn Du es willst!

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